Radsport

Sir Bradley Wiggins erhebt Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen Jugendtrainer

Der frühere Tour-de-France Sieger und fünfmalige Olympiasieger Sir Bradley Wiggins soll von einem seiner ehemaligen Jugendtrainer im Alter von 13 Jahren sexuell missbraucht worden sein.
In einem Interview mit der Mens Health berichtet Wiggins erstmalig über diese Vorkommnisse.
Er gibt an, in seiner Jugend niemanden gehabt zu haben, mit dem er über solche Probleme reden konnte. Der frühere Radprofi hat bis heute die ihm damals zugefügten Taten in sich „vergraben“ und probiert, mit ihnen fertig zu werden.
Wiggins machte schon früher öffentlich, dass er unter Depressionen gelitten habe.
Diese sexuelle Gewalt könnte dafür ein Auslöser gewesen sein. Die Taten haben ihn bis ins Erwachsenenalter verfolgt und er könnte sie immer noch nicht richtig verarbeiten.

Wiggins machte außerdem klar, dass er Angst davor gehabt hatte mit seinem Stiefvater über die sexuelle Gewalt zu sprechen. Der Stiefvater war gewalttätig und habe ihn wegen dem Tragen von enger Radkleidung mehrmals als „Schwuchtel“ bezeichnet, so Wiggins.

Bradley Wiggins ist einer der erfolgreichsten Radfahrer aller Zeiten er gewann zwischen 2004 und 2016 fünfmal Olympiagold und gewann 2012 als erster Brite die Tour-de-France. Im selben Jahr schlug Königin Elisabeth II. ihn zum Ritter.

Sowohl der britische Radsportverband als auch eine eigens für Prävention von sexuelle Gewalt gegründete Organisation bezogen nachdem Interview von Wiggins Stellung und boten ihm Hilfe an. Sie machten ebenso deutlich, was für ein schwieriger Schritt es für Betroffene sei, sich nach so vielen Jahren gegenüber der Öffentlichkeit zu öffnen.

Es bleibt festzuhalten, dass sexuelle Gewalt im Sport leider ein Thema ist. 
Die Verbände müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Kinder und Jugendlichen vor solchen Taten zu schützen. Wir werden sehen, inwieweit die Taten aufgearbeitet werden.

 

Severin Lask / Steffen Lask

Operation Aderlass – Jetzt wird es ernst

Gerade erst wurde in Innsbruck der ehemalige Radprofi Stefan Denifl zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Richter verurteilten den 33 Jahre alten Radprofi wegen „schweren Sportbetruges“ zu einer zwei jährigen Haftstrafe. 16 Monate sind davon zur Bewährung ausgesetzt. 

Stefan Denifl soll zum Dopingring des Erfurter Arztes Mark S. zählen und einer von 23 Sportlern sein, die als Kunde des Arztes Blutdoping betrieben haben.

Mark Schmidt steht selbst gerade in München vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Haft.
Dem Erfurter Arzt werden unter anderem gewerbsmäßiger Betrug und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Letzten Freitag, den 08.01.2021, wurden die Schlussplädoyers gehalten und – morgen – am 15.01.2021 wird das Urteil erwartet.
Damit findet das wohl bisher größte und Aufsehen erregende Verfahren seit der Einführung des Anti-Doping-Gesetzes 2015 ein vorläufiges Ende.
In mehr als 20 Verhandlungstagen mit verschiedensten Wendungen kam ein organisiertes Doping-System ans Licht. Der Angeklagte Mark S. und seine Mitangeklagten Helfer hatten im Laufe des Prozesses Geständnisse abgelegt. 
Schon kurz vor Weihnachten gab das Gericht eine erste Prognose, dass sich die Gefängnisstrafe für den Haupttäter Mark S. auf viereinhalb bis fünfeinhalb Jahre belaufen würde.
Die Verteidigung sieht eine angemessene Strafe in einer Gefängnisstrafe von drei Jahren, von der ihr Mandant bereits mehr als zwei Drittel abgesessen hat. Die Verteidigung versuchte, ein Bild der Normalität des Dopings im Spitzensport darzustellen, bei dem Mark S. „stellvertretend seinen Kopf in die Schlinge“ halte. Ferner wurde durch die Anklage ein Berufsverbot von fünf Jahren gefordert. Dies sieht die Verteidigung als unverhältnismäßig an, da Mark S. immer gewissenhaft gearbeitet habe. Dagegen spricht jedoch vor allem, dass Mark S. in einem Fall, einer Athletin versehentlich ein Forschungspräparat verabreicht hatte. Die Anklage nannte diesen Versuch einen „Menschenversuch“, der nur durch Zufall nicht zu ernsteren Komplikationen geführt habe.

Letztlich bleibt abzuwarten, wie die Richter am Freitag urteilen werden. 

Severin Lask/ Steffen Lask 

 

Tour de France 2017

Vor dem Tour-Start am Wochenende ist ein weiterer Doping-Fall im Radsport bekannt geworden. Aus dem Team Trek-Segafredo wurde der im Tour-Aufgebot der Mannschaft stehende Andre´Cardoso mit EPO – am 18.06.2017  – erwischt. Es wäre seine erste Teilnahme gewesen. Trek-Segafredo hat ihn sofort suspendiert. Cardoso ist eher ein kleines Licht in der oberen Radsportliga und beteuert selbstverständlich – möchte man sagen – seine Unschuld und hofft auf ein Wunder in Form der B-Probe, die sicher zu seiner Entlastung führen werde. Man möge ihn nicht vorverurteilen, so seine Bitte. Wir werden sehen.

 

Steffen Lask

 

Zwei positive Dopingtests vor dem Giro!

Wenige Tage vor dem 100. Giro d´Italia – nämlich am 25./26. April diesen Jahres – sind zwei italienische Radprofis anlässlich von Trainingskontrollen postiv auf ein Derivat eines Wachstumshormons getestet worden. Es handelt sich – nach Medienberichten – um Stefano Pirazzi und Nicola Ruffoni. Beide Profis fahren für das Team Bardiani und sind vom Radsport-Weltverband UCI vorläufig gesperrt worden. Pirazzi ist der sportlich bekanntere Fahrer. Er hatte in der Vergangenheit beim Giro 2013 das Bergtrikot und darüber hinaus im Jahre 2014 eine Etappe gewonnen. Die beiden Profis haben es nun in der Hand, die B-Probe öffnen und analysieren zu lassen. Sie bleiben aber suspendiert und dürfen vorerst nicht starten. Man wird abwarten müssen, ob sich die UCI auch zu Konsequenzen bereit sieht gegen den Rennstall. Immerhin handelt es sich um zwei Fahrer desselben Teams, was durchaus Sanktionen gegen den Arbeitgeber der beiden Fahrer nachsichziehen kann. Wir werden berichten.

 

Steffen Lask

Sinkewitz verweigert Zahlung der Gerichtskosten

Laufband III

Der ehemalige Radprofi Patrik Sinkewitz soll Medienberichten zufolge die Gerichtskosten des CAS nicht zahlen wollen, die ihm in Höhe von 100.000 € im Rahmen seines Dopingverfahrens im Jahr 2014 auferlegt wurden. Nachdem ihn ein deutsches Sportschiedsgericht – ein DIS-Gremium – zunächst freisprach, zog die NADA vor den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne. Letzterer hob den Freispruch auf und sperrte Sinkewitz für acht Jahre. Damit war seine Karriere (wohl) beendet. Allerdings war die CAS-Entscheidung umstritten, da die HGH-Nachweismethode, die den heute 34-Jährigen belastet(e), zumindest teilweise zweifelhaft sein soll. Der Gang zum Schweizer Bundesgericht brachte indes keine Abhilfe; das oberste Gericht bestätigte den Schiedsspruch.

80.000 € soll die NADA an Gerichtskosten vorgeleistet haben. Wie sie an diesen Betrag nunmehr gelangen soll, prüft sie derzeit. Bleibt abzuwarten, ob die NADA gerichtliche Hilfe vor einem ordentlichen Gericht in Anspruch nehmen wird. Gerichte der „normalen“ Zivilgerichtsbarkeit hatten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt, weil sie den Sport in die Schranken wiesen. Wir bleiben dran.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask