Dopingfall Vicky Schlittig: Ein weiterer Bericht der ARD

(19.10.2023)

Der Bericht im Mittagsmagazin vom 17.10.2023 zeigt zu recht erneut die schreienden Unzulänglichkeiten des Anti-Doping-Systems im Fall Vicky Schlittig auf, die wir hier als – ungerecht – bezeichnen.

Hervorzuheben sind hier die Aussagen von Travis Tygart von der USADA (Anti-Doping-Agentur der USA), eine weitere namhafte Stimme, die sich zu diesem Sachverhalt öffentlich äußert. Tygart mahnt, dass die Regeln und Maßnahmen besser gestaltet werden müssten, damit das Leben unschuldiger Athleten nicht zerstört werde. Zudem macht er deutlich, dass in diesem konkreten Fall alle wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine Aufnahme der leistungssteigernden Substanz durch die Haut sprechen, jedoch ohne jegliche leistungssteigernde Wirkung. Er würde dem Freispruch des Einzelrichters vertrauen und das Verfahren hier nicht weiter zu Lasten der Athletin in die Länge ziehen. Er sei der Meinung, dass das Anti-Doping-System hier nicht fair mit der Athletin Vicky Schlittig umgehe.

Solche Worte von einem der bekanntesten und strengsten Dopingjäger zu hören, wird Vicky Schlittig nicht zu ihrem Recht vor dem Internationalen Sportgerichtshof verhelfen, aber diese Aussagen verdeutlichen die Ungerechtigkeit, die Vicky Schlittig hier erfährt.

Hinzukommt, dass die Berufungsführer – hier die ITA und die WADA – ohne triftige Gründe vorzutragen – auf Zeit spielen. Der Sachverhalt ist klar. Die Beweise sind vorgebracht von den Parteien. Und dennoch wird ohne erkennbaren Anlass, um langfristige Fristverlängerungen durch die ITA und die WADA gebeten, die trotz Widerspruch durch uns, als Prozessbevollmächtigte von Vicky Schlittig, durch das CAS gewährt werden. Das stellt sich aus unserer Sicht als ein eklatanter Verstoß gegen das Beschleunigungsgebot dar.

 

Severin Lask / Steffen Lask



Autor:
Severin Lask
severin.lask@ecovis.com
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