Tennis

Menschenrechtsverletzungen in China, setzt Deutschland ein Zeichen?

Laut Amnesty International ist die Menschenrechtslage in China geprägt davon, dass abweichende Meinungen systematisch und massiv unterdrückt werden. Das Justizwesen ist weiterhin durch unfaire Prozesse sowie Folter und andere Misshandlungen in der Haft gekennzeichnet. Trotzdem sollen in China Olympische Spiele ausgetragen werden. Für internationale und deutsche Sportfunktionäre und die deutsche Politik schien das, kein Hindernis zu sein. Bis jetzt. Nachdem die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai am 2. November 2021 einen Bericht im chinesischen Internet veröffentlichte, überdauerte dieser Beitrag 30 Minuten die Zensur. Peng schildert darin, dass sie über Jahre eine Affäre mit Zhang Gaoli hatte, dem früheren Vizepremier Chinas, offenbar einvernehmlich. Bis Zhang die Tennisspielerin vor drei Jahren missbrauchte, so Pengs Vorwurf. Peng schrieb selbst in ihrem Bericht, dass sie von einer selbstzerstörerischen Handlung ausgeht. Die Tennisspielerin verschwand kurze Zeit später aus der Öffentlichkeit. Die Sportpolitik übte daraufhin Druck auf die chinesische Regierung aus und forderte ein authentisches Lebenszeichen von der Tennisspielerin, voran die Tennis-Vereinigung WTA. Thomas Bach und das IOC gaben sich mit einem Videotelefonat mit der Tennisspielerin am 21.11.2021 zufrieden, von dessen Inhalt nicht viel an die Öffentlichkeit gelangte. Angeblich beteuerte die Tennisspielerin darin ihr Wohlergehen. Es macht den Anschein, dass das IOC den reibungslosen Ablauf der Olympischen Winterspiele 2022 im Blick hat. Ähnlich verhielt sich das IOC seinerzeit im Fall des Geologen Jewgeni Witischiko vor den Winterspielen 2014 in Sotschi. Witischiko hatte gegen die Umweltschäden des Mega-Events protestiert und den örtlichen Gouverneur gegen sich aufgebracht und wurde schließlich „aus dem Verkehr gezogen“ – drei Jahre Lagerhaft. Dr. Bach sinnierte damals, Witischiko habe gegen russische Gesetze verstoßen. Damit war für das IOC die Sache erledigt. IOC-Präsident Dr. Thomas Bach laviert damals wie heute, um die Olympischen Spiele – aus Sicht des IOC – nicht zu gefährden. Das sportpolitische Blatt scheint sich, zugunsten der Tennisspielerin zu wenden. Zunächst hat die WTA sämtliche Turniere in China gestrichen. Dieser Schritt ist sehr mutig, da dem Tennissport viel Geld verloren geht. Aufgrund anhaltender Kritik seitens des WTA Präsidenten auf das IOC hat sich Thomas Bach nun doch nach einem Telefonat mit der Tennisspielerin besorgt gezeigt. Auch in den höchsten außenpolitischen Kreisen in Brüssel hat das Telefonat, das Thomas Bach am vorvergangenen Wochenende mit Peng geführt hatte, nicht überzeugt. Zudem haben die USA mit einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking gedroht ebenso wie die deutsche Interimsaußenministerin Annalena Baerbock. Sollten noch mehr Staaten mitziehen, könnte das ein Zeichen des Sports gegen Menschenrechtsverletzungen in China sein und zukunftsweisende Wirkung haben. Die politische Bedeutung des Sports wird erkannt.

Jessica Konschak/ Steffen Lask

Positive Dopingtests im Tennis – Weltranglisten Erster und Davis Cup Teilnehmer

Kurz vor dem Start der Australien Open am 20. Januar werfen zwei positive Dopingtests einen Schatten auf den Tennis-Sport. Der Weltverband ITF teilte gestern über Twitter mit, dass zwei Sportler positiv getestet wurden.

Der 31jährige Kolumbianer Robert Farah, der Weltranglisten Erster im Doppel, Wimbledon Sieger und US-Open Gewinner wurde am 17. Oktober 2019 im Training positiv auf Boldenon getestet.

Der andere Tennisspieler ist der 24jährige Chilene Nicolas Jarry, der während der Finalwoche des Davis Cups am 19. November 2019 eine positive Probe abgab. In seinem Urin wurden die verbotenen Substanzen Stanozolol und Ligandrol gefunden. Nach Art. 8.3.1 (c) wurde er vorerst suspendiert. 

Beide Spieler können gegen ihre Suspendierungen Einspruch einlegen. 

Severin Lask / Steffen Lask

Nadal – Satz und Sieg vor Gericht

Rafael Nadal hat einen Sieg errungen. Nicht auf dem Centre Court, sondern vor einem Court.

Ein Gericht in Paris hat eine frühere französische Sportministerin, Roselyne Bachelot zu einer Geldstrafe und Schadensersatz in Höhe von € 10.000 wegen übler Nachrede verurteilt. Bachelot hatte im vergangenen Jahr behauptet, Nadal habe mit einer angeblichen Knieverletzung eine mehrmonatige Dopingsperre im Jahre 2012 kaschieren wollen. Nadal hatte bereits nach unmittelbarem Bekanntwerden der Verdächtigungen angekündigt, er sei nicht mehr bereit, diese immer wiederkehrenden Anschuldigungen, die völlig haltlos seien, hinzunehmen und er werde nunmehr rechtliche Schritte erwägen und prüfen lassen. Nadal hatte ursprünglich € 100.000 von Bachelot, die unter Sarkozy Ministerin für Jugend und Sport war, gefordert.

Nadal war in der Vergangenheit vielfach verdächtigt worden, u.a. von früheren Weltranglisten-Tenniskollegen Daniel Köllerer aus Österreich und von dem Belgier Christophe Rochus. Köllerer selbst ist wegen Spielmanipulationen lebenslang gesperrt. Er sieht sich als Bauernoppfer und hatte sich 2013 in einem Gespräch mit der „Sportwoche“ darüber beklagt. Köllerer wurde damals zitiert: „Dass Nadal nichts nimmt, glaubt doch keiner.“ Rochus spekulierte, ob der krankheitsbedingten langen Ausfälle einerseits und der starken Leistungen andererseits des Tennis-Superstars Nadal.

Angesichts ihrer halt- und substanzlosen Anschuldigungen können die beiden Vorgenannten „von Glück reden“, dass sie nicht von Rafael Nadal auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch genommen worden sind. Eine solche Klage hätte sicher ebenfalls Aussicht auf Erfolg gehabt.

Steffen Lask

Scharapova´s Wildcard – sie steigt wieder ins Tennisgeschäft ein!

In Stuttgart beim Porsche Grand Prix zeigt der Tennissport – namentlich der Meetingdirektor Günthardt und die ehemalige Tennisprofispielerin Anke Huber – unverhohlen, dass das Gechäft wichtiger ist als die Ethik des sauberen Sports. Stuttgart lädt Scharapova ein, deren Sperre am 25.04. also zwei Tage nach Beginn des Turniers endet. Das ist ein Hohn gegenüber all jenen, die sich aktiv im Kampf gegen Doping einsetzen. Hier wird eine Dopingsünderin eingeladen und mit einer Wildcard belohnt, zu einer Zeit, in der die Sperre noch läuft. Es steht bereits seit längerer Zeit fest, dass Scharapova in Stuttgart starten wird. Sie habe schließlich das Tunier zu dem gemacht – (meint ganz offensichtlich wirtschaftlich) – was es heute sei, so der Direktor des Meetings, Markus Günthardt.

Bei deratigen Reaktionen des Sports und der Wirtschaft – die selbstverständlich hier ein wichtiges Momentum des Falls darstellt, es handelt sich um den sog. Porsche Cup – muss sich niemand wundern, wenn der Staat davon spricht, dass der Sport ganz offensichtlich nicht gewillt und in der Lage sei, das Dopingproblem ohne staatliche Intervention erfolgreich zu bekämpfen und in den Griff zu bekommen. Frau Scharapova steigt halt ein paar Tage später in das Tunier ein, weil zum Tunierbeginn ist sie noch gesperrt. Es wird alles getan, gedreht und gewendet, um eine Dopingsünderin auf dem Centre Court „bewundern“ zu können.

Grauenvoll!

 

Steffen Lask

Manipulationen im Tennis?

Tennis

Derzeit steht der Sport in keinem guten Licht. Nach der tiefgreifenden Bestechungsaffäre bei der FIFA und dem Doping- und Korruptionsskandal der IAAF scheint nun auch das sonst als „weißer Sport“ bezeichnete Tennis dunkle Abgründe zu offenbaren. Mehrere Elitespieler sollen absichtlich verloren haben. BBC berichtet von 16 Athleten, die geheimen Dokumenten zufolge in den vergangenen zehn Jahren Summen von 50.000 US-Dollar und mehr kassierten, um im Gegenzug Partien zu verschieben. Drahtzieher sollen russische und italienische Wettsyndikate gewesen sein. Die Vorwürfe spitzen sich derart zu, als dass die TIU, eine Kommission, die von den Grand-Slam-Veranstaltern gegründet wurde, um Manipulationen vorzubeugen, trotz Kenntnis von den Vorfällen um die betroffenen Spieler bisher untätig geblieben sein soll.

Bereits vor einigen Jahren machte der Weltranglistenerste, Novak Djokovic, publik, unlautere Angebote erhalten zu haben. Konkret seien ihm 200.000 US-Dollar angeboten worden, um ein Match in St. Petersburg zu verlieren. Er lehnte ab und gewann stattdessen. „Es hat solche Versuche gegeben, Leute die herumliefen und Angebote machten. Aber dagegen ist eingeschritten worden. In den vergangenen sechs, sieben Jahren habe ich davon nichts mehr gehört“, so der Serbe.

Ex-Profi Daniel Köllerer scheint über solche „Versuche“ ebenfalls im Bilde zu sein: „Als ich auf der Tour war, hätte ich locker fünf bis sechs Spieler nennen können, von denen ich zu 100 Prozent wusste, dass sie Spiele absichtlich verloren.“ Der heute 32-jährige Österreicher wurde im Mai 2011 wegen des Verdachts des Wettbetruges in drei Fällen lebenslang gesperrt.

Es bleibt zu hoffen, dass jedenfalls die Untätigkeit seitens der Tennis-Großveranstalter nicht bestätigt wird.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask