Wende im Prozess – Fuentes nennt ersten Namen

(04.02.2013)

Am Mittwoch, den 30.01.2013 bestritt der Mediziner in Madrid zwar die Weitergabe des leistungssteigernden Blutdopingmittels EPO, enthüllte aber den Namen eines seiner früheren Kunden. Es handelt sich dabei um den früheren Radprofi Javier Gómez, der daraufhin seinen Posten als Generaldirektor der Jugendstiftung der obersten Sportbehörde CSD zur Verfügung stellte.

Zwischen 2003 und 2006 soll Fuentes bis zu 200 Sportler betreut zu haben. Diese müssen nun ernsthafte Befürchtungen vor einer Veröffentlichung haben, denn der gelernte Gynäkologe sagte, er habe ein Notizbuch mit den Namen all seiner Ex-Kunden in einem Safe gut verschlossen, „damit es mir niemand klaut“. Das Gericht sei zwar bisher nicht an weiteren Namen interessiert. Sollte es aber nötig werden, sei Fuentes bereit, die Namen preiszugeben. „Wenn man wissen will, wer diese Sportler waren, kein Problem“, sagte er.

Nicht nur Radprofis, sondern auch Boxer, Fußballer, Tennisspieler und Leichtathleten habe Fuentes betreut, räumte er in dem Verfahren ein. Zwar wurden in mindestens acht der über 200 bei ihm sichergestellten Blutbeuteln Reste von EPO entdeckt, trotzdem bestritt Fuentes am vergangenen Mittwoch, dass er das verbotene leistungssteigernde Blutdopingmittel weitergegeben habe. Die gefundenen geringen EPO-Reste könnten nur von früheren Behandlungen von Sportlern stammen, die aber nicht von ihm durchgeführt worden seien. „Es gibt keine andere Erklärung“, beteuerte der Mediziner. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft und ein zweijähriges Berufsverbot. Der Urteilsspruch wird nicht vor April erwartet.

Dr. Steffen Lask



Autor:
Steffen Lask
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