Nachfolgeregelung UCI nach Lance Armstrong ?

(26.10.2012)

Heute wird wohl durch den Radsport-Weltverband UCI entschieden, ob neue Toursieger für die Jahre 1999 bis 2005 bestimmt werden sollen. In der Schweiz trifft heute das „Management Committee“ der UCI zusammen, nachdem die UCI die sportlichen Ergebnisse von Lance Armstrong gestrichen hatte. Dieses umfassende Streichen nahezu sämtlicher Ergebnisse steht nicht im Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen der WADA-Regelungen. Die achtjährige Verjährungsfrist steht einer Annullierung sämtlicher Toursiege von Armstrong entgegen. Es darf auch im Sportrecht keine Verurteilung um jeden Preis geben.

Das internationale Radsportsystem – so wie es historisch gewachsen ist – muss in Frage gestellt werden. Dieses System besteht aber nicht allein aus Armstrong. Er ist zwar eine prädestinierte Figur, aber eben nur ein Beteiligter. Wie grauenvoll – teilweise naiv – sich die nationalen und internationalen Funktionäre verhalten haben und heute noch verhalten und wie sie sich äußern, belegt doch, dass wirkliche Veränderungen nicht zu erwarten sind. Ein Einzelner – ok. ein Promineter – ist im Fokus der Betrachtungen, und der Rest?

Warum handelt das IOC nicht? Auch eine unpopuläre Entscheidung mit Blick auf den Radsport als olympische Sportart darf nicht von vornherein ausgeblendet werden oder allein mit der Begründung, es wäre eine Vielzahl von Sportlern betroffen, denen nichts vorzuwerfen sei. Ist das wirklich richtig?

Wir werden abwarten, wie heute die Entscheidung ausfällt.

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt



Autor:
Steffen Lask
steffen.lask@ecovis.com
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