Hinweise für Arbeitgeber zu den Besonderheiten bei Ferienjobbern
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Hinweise für Arbeitgeber zu den Besonderheiten bei Ferienjobbern

Wenn in Kürze in Bayern die Sommerferien beginnen, dann heißt es für viele Jugendliche wieder: Geld verdienen. Schüler, Jugendliche oder Studenten, die ihr Taschengeld etwas aufbessern möchten, können personelle Engpässe in der Urlaubszeit in vielen Betrieben überbrücken. Zudem besteht die Möglichkeit, zukünftige Auszubildende für sich zu gewinnen. Welche arbeits- und steuerrechtlichen Besonderheiten Sie beachten müssen, erklärt Unternehmensberater Andreas Bachmeier.

Wer darf beschäftigt werden?

In klassischen Ferienjobs dürfen Schüler erst ab einem Alter von 15 Jahren für maximal 4 Wochen pro Jahr beschäftigt werden. Nach Jugendarbeitsschutzgesetz darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden und 40 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Zudem dürfen Jugendliche nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden, ab dem Alter von 16 Jahren ist in bestimmten Betrieben eine längere Beschäftigung möglich. Für Schüler ab 18 Jahren gibt es keine Besonderheiten gegenüber sonstigen volljährigen Beschäftigten.

Welcher Lohn und Urlaubsanspruch gilt für Ferienjobber?

Grundsätzlich findet der gesetzliche Mindestlohn Anwendung. Ausnahmen gelten jedoch für Ferienjobber unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch für Ferienjobber beträgt:

  • mindestens 30 Werktage, wenn der Jugendliche noch nicht 16 Jahre alt ist.
  • mindestens 27 Werktage, wenn der Jugendliche noch nicht 17 Jahre alt ist.
  • mindestens 25 Werktage, wenn der Jugendliche noch nicht 18 Jahre alt ist.
Bei der Berechnung der Urlaubstage stellt das Gesetz wie das BUrlG auf die 6-Tage-Woche ab, sodass wegen der Fünf-Tage-Woche nach § 15 JArbSchG eine Umrechnung stattzufinden hat.
Hinweis: Durch Tarifverträge können sich aber unter Umständen Abweichungen ergeben. Sind Vergütung und Urlaub per Tarifvertrag geregelt, gelten dessen Vorschriften.

Was ist bei Steuern und Sozialabgaben bei Ferienjobber zu beachten?

Bei Ferienjobs handelt es sich um befristete Arbeitsverhältnisse. Grundsätzlich sind daher alle arbeitsrechtlichen Vorschriften zu beachten, wie auch bei „normalen“ Arbeitnehmern. Das kurzfristige Beschäftigungsverhältnis ist sozialversicherungsfrei, d. h. es sind keine Pauschalbeträge vom Arbeitgeber zu zahlen. Die Einkünfte des Ferienjobbers müssen aber entweder mit der elektronischen Lohnsteuerkarte oder pauschal mit 25 % Lohnsteuer versteuern werden.

Hinweis: Rechnen Arbeitgeber den Ferienjob mit Lohnsteuerklasse ab, können sie die Energiepreispauschale auszahlen, wenn der Ferienjob am 01.09.2022 besteht.

Unsere Tipps für Arbeitgeber

  • Lassen Sie sich von einem minderjährigen Ferienjobber die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten geben.
  • Fragen Sie beim Einstellen eines Ferienjobbers, ob dieser im selben Jahr schon eine andere kurzfristige Beschäftigung hatte.
  • Vereinbaren Sie in Schriftform vor Antritt der Arbeit die Art und Dauer der Tätigkeit sowie Höhe der Vergütung und achten Sie darauf, dass er Ferienjob nicht länger als 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage dauert.
  • Achten Sie auf geltende Tarifverträge bzgl. Lohn und Urlaub und prüfen Sie die Versteuerung.
  • Melden Sie den Ferienjobber bei der Minijob-Zentrale an und zeigen sie die Tätigkeit bei der Berufsgenossenschaft an.

Ansprechpartner

Unternehmensberater in Dingolfing, Andreas Bachmeier
Andreas Bachmeier
Tel.: +49 8731-75 96 0
Unternehmensberater in Dingolfing
Beraterseite

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