Exporte aus Bayern: Großes Plus im Geschäft mit Holland

26.08.2015

Die Ausfuhren der bayerischen Ernährungswirtschaft bewegen sich auch im ersten Quartal 2015 auf anhaltend hohem Niveau – allerdings haben sich die Gewichte der Exportländer verschoben.

Käse, Milch, Fleisch und Wurst aus Bayern sind in vielen Ländern beliebt. Produkte im Wert von rund 2,13 Milliarden Euro haben die Unternehmen der bayerischen Ernährungswirtschaft nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts von Januar bis einschließlich März exportiert und damit das hohe Niveau des Vorjahreszeitraums erreicht. Die zehn wertmäßig wichtigsten Ausfuhrprodukte haben daran einen Anteil von knapp 80 Prozent. Die drei wichtigsten Produkte Käse (367 Millionen Euro), Milch und Milcherzeugnisse (292 Millionen Euro) sowie Fleisch und Fleischwaren (243 Millionen Euro) machen gut 42 Prozent der gesamten Agrarexporte aus.

War es beim Käse ausschließlich der Preisrückgang, der einen wertmäßigen Verlust bewirkte, waren es beiden Milcherzeugnissen sowohl der rückläufige Mengenabsatz als auch Preisminderungen, die überdurchschnittliche Umsatzeinbußen verursachten. Bei Fleisch und Fleischwaren glichen größere Mengen die verringerten Absatzpreise aus. Zweistellige wertmäßige Zuwachsraten konnten nur bei Backwaren mit einem Plus von zehn Prozent verzeichnet werden. Zweistellige Verluste gab es neben Milcherzeugnissen und Käse noch bei Zucker (19 Prozent).

Preiseinbußen in Italien

Der Löwenanteil aller Exporte geht mit großem Abstand nach Italien (knapp 400 Millionen Euro), gefolgt von Österreich (270 Millionen Euro) und den Niederlanden (230 Millionen Euro). Aufgrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage und der Preiseinbußen bei Milchprodukten und Käse war Italien jedoch das einzige bedeutsame Exportland mit einem zweistelligen Verlust (16 Prozent). Die höchsten Steigerungsraten wurden mit den Niederlanden (21 Prozent), Großbritannien (18,4 Prozent), Ungarn (18 Prozent), den USA (12,4 Prozent) sowie Dänemark (11,4 Prozent) erreicht. Gut entwickelten sich im Quartalsvergleich auch die Exporte in die 13 zuletzt beigetretenen EU-Länder mit einem Plus von gut drei Prozent. Insgesamt wurden knapp 82 Prozent aller ernährungswirtschaftlichen Produkte in die 28 EU-Länder ausgeführt.

Die Ausfuhren in Drittländer erhöhten sich von 3,6 Prozent auf rund 392 Millionen Euro. Damit wurden 18,4 Prozent bzw. fast ein Fünftel der ernährungswirtschaftlichen Exportprodukte außerhalb des EU-Binnenmarkts abgesetzt. Die höchsten absoluten Zuwächse waren bei der Ausfuhr nach Saudi-Arabien, Brasilien, den USA und Japan zu verzeichnen. Die seit Anfang August 2014 geltenden zusätzlichen Einfuhrbeschränkungen Russlands für ernährungswirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU und die erhebliche Abwertung des Rubels gegenüber dem Euro um rund 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerten den bayerischen Export nach Russland um 18,5 Prozent.

Die weltweit gesunkenen Nahrungsmittelpreise konnten außerhalb der Eurozone durch den schwächeren Euro/US-Dollar-Wechselkurs teilweise ausgeglichen werden, nicht aber bei den für Bayern so bedeutsamen Milcherzeugnissen und beim Käse. Maßgebend für das ausgeglichene Ergebnis bei der gesamten Ausfuhr waren die positiven Zuwachsraten der EU-Beitritts- und der Drittländer.

Josef Huber und Herbert Goldhofer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft-Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM), Agrarmarktpolitik und

Agrarmarktanalyse (IEM 1).

josef.g.huber@lfl.bayern.de

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