Schadsoftware Pegasus

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Schadsoftware Pegasus: Facebook klagt!

31.10.2019

Lesezeit: 3 min I

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Facebook gab kürzlich bekannt, sich gerichtlich gegen die Ausspähattacken der Schadsoftware Pegasus zu wehren. Das soziale Netzwerk geht dabei konkret gegen einen israelischen Anbieter von Überwachungssoftware vor. Eben dieser wollte sich mittels einer Sicherheitslücke im Chatprogramm WhatsApp Zugriff auf eine nicht unerhebliche Anzahl von Smartphones verschaffen.

Zielgruppe der Schadsoftware

Laut der in den USA anhängigen Klage habe die israelische Firma NSO rund 1400 Geräte angegriffen. Dabei seien die Zielpersonen Journalisten, Anwälte, Dissidenten, Diplomaten und Regierungsbeamte, vorzüglich aus Ländern wie Bahrain, Mexiko und den VAE, gewesen.

Schadsoftware VirusDas NSO-Programm „Pegasus“ installierte sich dafür auf den Geräten über eine Sicherheitslücke, welche konkret die WhatsApp-Anruffunktion betraf. Weitgehend plattformübergreifend richtete sich die Software selbst dann ein, wenn die Zielpersonen einen Anruf nicht annahmen.

Anschließend stellte es eine Verbindung zu Servern des israelischen Unternehmens her und gewährte Zugang unter anderem zu Kontaktdaten und Inhalten von Nachrichten auf den Geräten. Diese Informationen gelangten dann an die Kunden des Unternehmens.

Warum schlägt Facebook zurück?

Das Unternehmen muss mehr und mehr die Konsequenzen für Datendiebstähle tragen. Die betroffenen Nutzer verklagen das Netzwerk. Insoweit entstehen hohe Verluste und Einbußen finanzieller aber auch immaterieller Art. Das gilt aber nicht nur für die USA.

Auch in Deutschland wurde nach einem Hack im Dezember 2018 von rund 1000 Politikern, Prominenten und Journalisten die Möglichkeit der Musterfeststellungsklage ins Spiel gebracht. Dadurch haben Verbände nun die Möglichkeit, stellvertretend für die Nutzer gegen Facebook vorzugehen.

Mann mit iPadDies löst einen hohen Druck aus. Schließlich ist Facebook als eines der größten Unternehmen der Welt stets für Klagen greifbar. Für den eigentlichen Übeltäter, also den Hacker, dürfte Gegenteiliges gelten. Nicht zuletzt am obigen Beispiel wird schließlich deutlich, dass in den meisten Fällen organisierte Strukturen hinter solchen Hacks stehen und sich insoweit eine Greifbarkeit äußerst schwierig gestaltet wird.

Zwar ist Facebook sicherlich verantwortlich, ein möglichst sicheres System zur Verfügung zu stellen. Allerdings sollte jedem nach dem heutigen Stand der Dinge bewusst sein, dass keine ultimative Sicherheit bestehen kann.

Dementsprechend komisch erscheint es, Facebook ein fahrlässiges oder gar vorsätzliches Verhalten zu unterstellen.

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Lutz Beyermann LL.M., Ecovis Berlin

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