Steuerliche Vorhaben im Zuge des Doppelbudgets 2027-2028
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Steuerliche Vorhaben im Zuge des Doppelbudgets 2027-2028

Vor kurzem hat die österreichische Bundesregierung das mit Spannung erwartete Doppelbudget 2027/2028 vorgestellt und ist dabei auch auf die geplanten steuerlichen Maßnahmen eingegangen. Nachfolgend haben wir auf Basis der derzeit bekannten Informationen wesentliche Aspekte überblicksartig zusammengefasst. Inwieweit diese Vorhaben auch tatsächlich zur Umsetzung gebracht werden, bleibt allerdings abzuwarten.

 

  1. Derzeit geplante steuerliche Maßnahmen
  • Einführung eines gestaffelten Körperschaftsteuersatzes

Einkommen         KÖSt-Satz
0 – 1.000.000      23%
ab 1.000.000       24%

 

  • Einschränkung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags iZm Wertpapiere
    • Neben dem Grundfreibetrag steht ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag zur Verfügung
    • Künftig soll für Investitionen in Wertpapiere kein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag mehr Anspruch genommen werden können
  • Einführung eines Sachbezugs für private Nutzung von E‑Autos
    • Bisher: Kein Sachbezug für private Nutzung eines E-Autos
    • Künftig: Sachbezug im Ausmaß von rund 1/3 des normalen Sachbezugs
  • Erhöhung der Immobilienertragsteuer
    • Beträgt derzeit 30%
    • Soll künftig angehoben werden (der konkrete Steuersatz ist noch offen)
  • Änderungen bei Lohnnebenkosten
    • Senkung des Dienstgeberbeitrags zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) von 3,7% auf 2,7 % (ab 2028)
    • Streichung der Begünstigung für Beiträge zum FLAF für über 60‑Jährige
    • Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung
  • Streichung der Home‑Office‑Pauschale
    • Bisher: Arbeitgeber konnte bis zu 3 € pro Homeoffice-Tag (max. 100 Tage, also 300 €/Jahr) steuerfrei auszahlen.
  • Einschnitte beim Familienbonus
    • Derzeit liegt der Bonus bei 2.000 Euro jährlich pro Kind.
    • Für Kinder ab dem 4. Lebensjahr wird künftig ein Viertel des Bonus (EUR 500) verpflichtend dem Elternteil mit dem geringeren Einkommen zugeordnet. Arbeitet dieser nicht, soll dieses Viertel verfallen.
  • Neues Steuerbetrugsbekämpfungspaket (zu den konkreten Maßnahmen ist noch nichts bekannt)
  • Bankenabgabe wird verlängert (um 3 Jahre)

2. Ausblick

Im Zuge des kürzlich durch die Bundesregierung präsentierten Doppelbudgets 2027/2028 liegt das Einsparungsvolumen bei 5,1 Milliarden Euro. Die Hälfte davon soll in die Budgetkonsolidierung fließen, die andere Hälfte in „Offensivmaßnahmen“ (insbesondere die Senkung der Lohnnebenkosten).

Inwieweit die einzelnen Vorhaben auch tatsächlich zur Umsetzung gebracht werden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Wir werden Sie über die weiter Entwicklung am Laufenden halten.

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