Ordnungswidrigkeitenrecht

Zwar können Straftaten nur von Menschen und nicht von Unternehmen begangen werden, sodass ein „Unternehmensstrafrecht“ im eigentlichen Sinne nicht existiert. Allerdings hält das Ordnungswidrigkeitenrecht Sanktionsmittel bereit, die sich sowohl gegen Individuen als auch gegen ganze Unternehmen richten können.

Gegenüber juristischen Personen und Personenvereinigungen werden Ordnungswidrigkeiten unter Umständen mit bis in Millionenhöhe reichende Geldbußen geahndet. Daneben können die zuständigen Ordnungsbehörden Verbote und Anordnungen aussprechen und gegebenenfalls zwangsweise im Sofortvollzug durchsetzen.

Das hiervon die Existenz ganzer Unternehmen und damit gleichsam das persönliche Schicksal nicht nur einzelner Menschen abhängen kann, liegt dabei auf der Hand. Folglich lässt sich keineswegs verallgemeinern, dass im Vergleich zum Strafrecht das Ordnungswidrigkeitenrecht ein stets weniger scharfes Schwert darstellt.

Selbst bei Rechtsfolgen von Ordnungswidrigkeiten weit unterhalb dieser Schwelle drohen nicht unerhebliche Nachteile. So können bereits gegen Geschäftsführer oder leitende Angestellte verhängte Fahrverbote gerade für kleine und mittlere Unternehmen erhebliche wirtschaftliche Einbußen bedeuten, wenn hierdurch beispielsweise kein Neugeschäft mehr akquiriert werden kann oder die persönliche Kundebetreuung vor Ort zum Erliegen kommt.

Ebenso wie beim Strafrecht kommt es daher auch bei der Vermeidung solcher Rechtsfolgen auf kundige rechtliche Beratung und anwaltliche Verteidigung an. Gleiches gilt bei der Erarbeitung sowie Umsetzung sogenannter Compliance- und Risikomanagement-Strategien zur Verhinderung von Rechtsverstößen. Allein das bloße Unterlassen entsprechender Aufsichtsmaßnahmen im Unternehmen selbst kann dabei ordnungswidrig sein (vgl. § 130 OWiG).

Die umfassende rechtliche Betreuung durch Ecovis deckt den Bereich Ordnungswidrigkeiten in ebenso versierter Weise ab wie den des eigentlichen Strafrechts. Wir wissen um dessen oft nicht minder erhebliche Bedeutung für unsere Mandanten und leisten effektiven Beistand auch in gerichtlichen Eilverfahren. Dieser einstweilige Rechtsschutz ist gerade bei Owi-Sachen besonders wichtig, weil die sofortige Vollziehung von behördlichen Entscheidungen bereits unabänderbare Tatsachen schaffen kann, ohne dass ein Gericht zuvor über die Rechtmäßigkeit des fraglichen Behördenhandelns befunden hat.