Jährliche Steuerhinterziehung in Europa auf möglicherweise 825 Milliarden Euro geschätzt

01.02.2019
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Der Director of Tax Research LLP und Professor für die Praxis in der internationalen politischen Ökonomie der Universität von London, Herr Richard Murphy veröffentlichte im Januar 2019 einen Bericht, wonach sich der steuerliche Verlust aus der Nichtzahlung von Steuern innerhalb der Volkswirtschaften der EU-Mitgliedstaaten auf 825 Milliarden Euro pro Jahr (Referenzjahr ist 2015) belaufen könnte.

Der tatsächliche Schaden sei schwer zu schätzen, da die Annahmen des Professors unter anderem auch darauf beruhen, dass sich dieser Verlust weitgehend aus erfolgter Steuerhinterziehung begründe.

Der Wissenschaftler bestätigt zwar, dass die Schätzung im Vergleich zum Jahr 2009, für das eine solche Schätzung zuletzt in diesem Umfang vorgenommen wurde, gesunken sei und führt diese Entwicklung auf bereits ergriffene Maßnahmen der EU gegen Steuerhinterziehung zurück.

In diesem Zusammenhang ist zuletzt am 25.06.2018 die EU-Richtlinie zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich des verpflichtenden automatischen Informationsaustauschs im Bereich der Besteuerung über meldepflichtige grenzüberschreitende Gestaltungen in Kraft getreten. Diese Richtlinie ist bis zum 31.12.2019 in nationales Recht umzusetzen.

Aus dem Bericht des Herrn Professor Richard Murphy leitet die Sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament unter anderem die Forderung ab, dass jeder EU-Mitgliedsstaat zukünftig regelmäßig und konsequent eine Schätzung über den ihm aus Steuerhinterziehung entstehenden Verlust erstelle und fragwürdige Steuerregelungen EU-weit abgeschafft werden sollen.

Zudem sollen Unternehmensgewinne EU-einheitlich einer Minimalsteuer unterliegen, um zu vermeiden, dass Unternehmen innerhalb der EU ihren Gewinn aus Steuergründen verschieben.