Mit Rückenwind auf Wachstumskurs

Im zweiten Teil unserer Serie stehen die vielfältigen Förderangebote für die Finanzierung von Expansionsvorhaben mittelständischer Betriebe im Blickpunkt.

Ob Erweiterungsinvestitionen getätigt, neue Märkte erschlossen oder innovative Produkte entwickelt und am Markt eingeführt werden, um Wachstumschancen zu nutzen – die Expansionsschritte erfordern immer erhebliche Finanzmittel, die Unternehmen in der Regel höchstens teilweise aus eigener Kraft aufbringen können.

Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler können für solche Vorhaben staatliche Finanzhilfen in Form von zinsgünstigen, längerfristigen Förderkrediten oder auch Zuschüssen in Anspruch nehmen. „Die meisten Zuschussprogramme, speziell für Innovationsprojekte, sind jedoch auf bestimmte Themen fokussiert, der Zugang ist an strenge Voraussetzungen geknüpft“, sagt Andreas Steinberger, Unternehmensberater bei Ecovis. „Für die meisten Mittelständler sind daher Förderdarlehen die erste Wahl.“

Breit angelegt ist der bundesweit verfügbare KfW-Unternehmerkredit. Damit lassen sich nicht nur Investitionen aller Art – von Gebäuden über Maschinen, Fahrzeuge und Software bis zu Patenten und Betriebsübernahmen – finanzieren, sondern auch die Mittel für Vorlaufkosten des Wachstums, zum Beispiel Marketingaufwendungen, höhere Vorräte und Personalaufbau. Auch zur Stärkung der Liquidität kann der KfW-Unternehmerkredit eingesetzt werden.

Ähnliche Kreditprogramme bieten die Förderbanken der Bundesländer. Zum Teil werden sie aus Mitteln der bundeseigenen KfW refinanziert und aus dem Landesetat weiter zinsverbilligt. Ein Beispiel dafür ist die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (GuW) der Sächsischen Aufbaubank (SAB), die ein vergleichbares Spektrum wie der KfW-Unternehmerkredit abdeckt. Dagegen ist der ebenfalls besonders günstige Investivkredit der LfA Förderbank Bayern auf Erweiterungs-, Rationalisierungs- und Modernisierungsinvestitionen begrenzt.

Für Investitionen in strukturschwachen Gebieten kommen auch spezielle Regionalförderprogramme in Betracht. Dazu gehört etwa die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Hier kann ein Investitionskostenzuschuss oder eine Zinsverbilligung beantragt werden, wenn sich das Vorhaben positiv auf die Wirtschaft der Region auswirkt und Dauerarbeitsplätze schafft oder sichert. Niedriger sind die Zugangshürden für Darlehen aus dem ERP-Regionalförderprogramm der KfW.

Für Innovationsvorhaben, die Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern, gibt es ebenfalls diverse Förderkredite. Während das niedrigschwellige ERP-Innovationsprogramm der KfW auf die Eigenentwicklung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen beschränkt ist, unterstützen manche Länderprogramme auch die Anwendung hinzugekaufter neuer Technologien im Betrieb.

Wenn die Investitionen mit Energie- oder Materialeinsparungen verbunden sind oder zugleich die Umweltbelastung verringern, kommen auch das KfW-Energieeffizienz- oder das KfW-Umweltprogramm sowie entsprechende Förderkredite der Länder infrage. „Für die optimale Wahl der Fördermittel im konkreten Fall ist eine fundierte Expertise erforderlich“, betont Andreas Steinberger. „Denn der Teufel steckt im Detail.“ Mit der Förderberatung bietet Ecovis umfassende Unterstützung von der Analyse bis zur anforderungsgerechten Antragstellung.