Schadensersatzforderungen wegen Nutzung von Google-Fonts
© Kobu Agency - unsplash.com
Share >

Schadensersatzforderungen wegen Nutzung von Google-Fonts

Benutzen Sie Google-Fonts auf Ihrer Website? Dann erhalten Sie vielleicht bald ein Forderungsschreiben, in den Ihnen ein Datenschutzverstoß wegen der dynamischen Einbindung von Google-Fonts vorgeworfen und Schadensersatz verlangt wird. Nach einer Entscheidung des Landgerichts München im Januar 2022 ist das ohne die Einwilligung der Besucher rechtswidrig. 

Rechtswidrige Nutzung von Google-Fonts

Im Urteil wurden dem Kläger ein Schadensersatz von 100 Euro zugesprochen, da bei einem Webseitenaufruf der beklagten Webseite seine IP-Adresse durch die eingebundenen Google-Fonts an das US-Unternehmen weitergegeben wurde. Bei dynamischen IP-Adressen handle es sich um personenbezogene Daten, da es dem Webseitenbetreiber über eine zuständige Behörde und den Internetzugangsanbieter abstrakt möglich sei, die betreffende Person zu identifizieren, so das Urteil.

Bei den Schreiben handelt es sich aber meist nicht um eine klassische wettbewerbsrechtliche Abmahnung, sondern um Schadensersatzforderungen von Privatpersonen oder Abmahnkanzleien. Grundsätzlich sollte auf solche Schreiben hin nicht ungeprüft eine Reaktion oder Zahlung erfolgen, sondern Betroffene sollten auf anwaltliche Hilfe zurückgreifen.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Wir empfehlen Unternehmen zu prüfen, ob Google-Fonts dynamisch in Ihre Website eingebunden sind, z. B. mit den Google-Fonts-Checker von 54gradsoftware.de. Wer dynamische Google-Fonts nutzt, sollte diese Schriftarten lokal speichern und von dort in den eigenen Internetauftritt einbinden. Alternativ können Unternehmen die Einwilligung der Websitebesucher mittels Ihres Cookie-Banners einholen. Dazu müssen die Unternehmen dann Ihre Datenschutzerklärungen mit entsprechenden Informationen zum Einsatz der Google-Fonts ergänzen.

Womöglich sind aber nicht nur Google-Fonts betroffen, sondern auch alle anderen extern in Webseiten eingebundenen Inhalte von US-Diensten. Um einer möglichen Klage zu entgehen, müssen Webseiten die Inhalte wie Schriftarten, Skripte oder Bilder selbst hosten oder alternativ die Zustimmung zur Weitergabe der IP-Adresse über ein Cookie-Banner einholen.

Ansprechpartner

Berater für Webdesign, Grafik und IT
Hendrik Fülle
Tel.: +49 8731 7596 42
hendrik.fuelle@ecovis.com
Webdesign, Grafik und IT

Unternehmensberater in Dingolfing, Alexander Waschinger
Alexander Waschinger
Tel.: +49 8731-7596 76
Unternehmensberater in Dingolfing
Beraterseite

Newsletter für Unternehmer

Sie wollten keine Neuigkeiten mehr verpassen? Alles, was aktuell wichtig ist, stellen die ECOVIS Unternehmensberater für Sie im monatlichen Newsletter kompakt zusammen.