Gastbeitrag zu Projekt BEST BOSS (ERASMUS+ Programm) im Schweriner Schloss

Das über das ERASMUS+ Programm der Fachhochschule des Mittelstands initiierte Projekt BEST BOSS widmet sich der Thematik Unternehmensnachfolge speziell in der Tourismusbranche und beleuchtet die europäischen Standards der Nachfolgeentwicklung in der Tourismusindustrie. Unter Betrachtung eines realen Entwicklungsproblems wurde innerhalb des Projektes ein Messinstrument – das BEST BOSS Inventory – entwickelt, um in touristischen KMU die Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu erleichtern. Vor allem die Möglichkeitserfassung und Erweiterung der Implementierung von innovativen Assessment-Modellen für die Nachfolge zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen standen dabei im Fokus.

Das Projekt BEST BOSS gliederte sich dabei in drei Phasen: Im Zuge der ersten Phase wurden kompetenzbasierte Nachfolgeerwartungen aus den sieben Partnerländern – Deutschland, Belgien, Bulgarien, Großbritannien, Österreich, Rumänien und Slowenien – erhoben und somit der European Survey erstellt. Auf dieser Grundlage war es in der zweiten Phase möglich, das BEST BOSS Inventory (BBI) zu entwickeln, ein Assessment Tool, das nach Kompetenzindizien suchen und eine optimale Personalentscheidung in Bezug auf die Unternehmensnachfolge sichern soll. Schließlich wurde die Gesamtheit aller Erfahrungen in der dritten Phase in einem Policy Paper dokumentiert und evaluiert, um eine ganzheitliche Betrachtung der Problematik sicherstellen zu können.

Letztendlich soll das Projekt klein- und mittelständischen Unternehmen die Chance bieten, ihre Personalstruktur sowie die Unternehmensnachfolge besser und vorausschauender zu planen. Vor allem die Entscheidungsprozesse sollen mithilfe des entwickelten Assessment-Tools besser strukturiert werden, denn die Erfassung der Stärken und Schwächen potenzieller Bewerber mit Hilfe des BBI kann die Entscheidung für einen qualifizierten Nachfolger des eigenen Unternehmens erleichtern.

Im Rahmen der BEST BOSS Abschlusskonferenz am 01.07.2016 wurden nun die Ergebnisse des Forschungsprojektes ausgewertet und auch praktische Sichtweisen zur aktuellen Nachfolgesituation erörtert.

Matthias Laudahn, Geschäftsführer der ECOVIS Hanseatische Mittelstandsberatung GmbH & Co. KG, informierte in seinem Vortrag den Teilnehmerkreis aus Mitgliedern des Forschungsprojektes, Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Kammern und regionaler Politik sowie Studierenden über aktuelle Herausforderungen in der Unternehmensnachfolge und ergänzte damit einen wichtigen Part in der Betrachtung des Nachfolgeprozesses.

Dabei lobte er die aus seiner Sicht sehr gute Anwendbarkeit des Messinstrumentes vor allem für Anteilskäufe, langfristige Unternehmensnachfolgevorbereitungen und besonders „attraktive“ Unternehmen. Gleichzeitig stellte er aber heraus, dass die aktuelle Lage am Markt und das Potenzial der Nachfrageseite, bedingt vor allem durch die demografische Entwicklung in MV, die Einsatzmöglichkeiten des Tools begrenzen.

Durch seine kritische Einschätzung der praktischen Anwendung lieferte Laudahn wichtige Impulse für eine lebhafte Diskussion im Anschluss. Die Projektverantwortlichen zeigten sich begeistert von dem regen Gedankenaustausch und kündigten an, diesen wichtigen Input bei zukünftigen weiteren Projektphasen einfließen zu lassen.

Bilder zum Event „Gastbeitrag zu Projekt BEST BOSS (ERASMUS+ Programm) im Schweriner Schloss“:

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