Anschlussfinanzierung: Welche ist die Richtige und was ist zu beachten?
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Anschlussfinanzierung: Welche ist die Richtige und was ist zu beachten?

Die EZB erhöhte den Leitzins zum 27. Juli 2022 auf 0,5 Prozent. Eine weitere Erhöhung wurde für den September festgelegt. Der durchschnittliche Zinssatz bei den zehn Jahren Zinsfestschreibungen auf Hypothekendarlehen ist damit deutlich gestiegen.

Folglich werden neue Finanzierungen nicht mehr unmittelbar günstiger sein müssen als auslaufende Kredite. Daher kann es sinnvoll sein, bis zu 3 Jahre vor dem Ende der Zinsbindung ein Gespräch mit der Bank über die Anschlussfinanzierung zu führen. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1.Prolongation: Verlängerung des endfälligen Darlehens bei der bisherigen Bank
2.Umschuldung: Ablösung bestehender Kredite bei einem anderen Anbieter
3.Forward Darlehen: Anschlussfinanzierung für die Zukunft

Bevor aber mit der konkreten Gestaltung einer Anschlussfinanzierung begonnen wird, ist eine Überprüfung der aktuellen Finanzierung und eine Kapitalbedarfsplanung notwendig. Dabei sollte die Finanzierung zu den Zielen und Strategien des Unternehmens passen. Die Kreditinstitute sind verpflichtet, die Darlehensnehmer über das Zinsbindungsende zu informieren. Dies geschieht im Regelfall spätestens 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. Nach dem Ablauf sind Sondertilgungen dann gebührenfrei möglich.

Wann ist welche Anschlussfinanzierung möglich?

Grafik: hypochart.de

1.Prolongation – Vor- und Nachteile

Die bequemste Lösung der Anschlussfinanzierung ist die Prolongation, denn der Berater kennt die finanziellen Gegebenheiten und kann daher einen neuen Finanzierungsplan unmittelbar erstellen. Daher ist ein neuer Vertrag zur Anschlussfinanzierung mit Unterschrift schnell und unkompliziert möglich. Meist ist eine erneute Bonitätsprüfung nicht notwendig. Nebenkonditionen können nun verbessert werden.

Trotzdem sollte hier unbedingt das Angebot geprüft werden, ob die Konditionen wirklich attraktiv sind. Zudem kann die Bank einer Prolongation auch nicht zustimmen. Im schlechtesten Fall kann darauf bestanden werden, dass der restliche Darlehensbetrag sofort zurückbezahlt werden muss.

2.Umschuldung – Vor- und Nachteile

Um Kosten zu sparen, lohnt sich ein Vergleich von anderen Kreditgebern. Bei besseren Konditionen kann ein neuer Kreditvertrag mit einer anderen Bank geschlossen werden. Langfristig können erhebliche Kosten gespart werden.

Zu beachten sind hierbei die anfallenden Nebenkosten von bspw. Notar- und Grundbuchkosten sowie der Aufwand für die Aufbereitung der Geschäftsunterlagen an den Kreditgeber.

3.Forward-Darlehen – Vor- und Nachteile

Rechnet man mit steigenden Zinsen für die Zukunft, kann auch ein Forward-Darlehen vorteilhaft sein. Ein Forward-Darlehen kann abgeschlossen werden, wenn die Restlaufzeit der Zinsbindungsfrist weniger als 60 Monate beträgt. D.h., dass aktuelle Zinsen für die zukünftige Anschlussfinanzierung gesichert werden können. Meist wird diese Art von Darlehen für eine Immobilienfinanzierung verwendet, da diese Finanzierung genau planbar ist und eine gewisse Planungssicherheit schafft.

Die frühzeitige Absicherung der Zinsen ist wiederum ein großer Nachteil eines Forward-Darlehens. Sollten die Zinsen wieder fallen, zahlt man mit dem Darlehen höhere Zinsen als für eine herkömmliche Finanzierung. Zudem werden für die Absicherung der Zinsen Aufschläge von der Bank erhoben. Diese betragen im Allgemeinen pro Monat Wartezeit 0,01 bis 0,03 Prozent auf den heutigen Zinssatz.

 

Ansprechpartner

Unternehmensberater in Dingolfing, Andreas Steinberger
Andreas Steinberger
Tel.: +49 8731 7596 72
Unternehmensberater in Dingolfing
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