Schutzschirmverordnung sieht keine Ausgleichszahlungen für Zahnärzte vor
Share >

Schutzschirmverordnung sieht keine Ausgleichszahlungen für Zahnärzte vor

Während Heilmittelpraxen nun mit nicht rückzahlbaren Ausgleichszahlungen für durch die Pandemie verursachten Patientenrückgänge rechnen dürfen, gehen Zahnärzte hier nun leer aus.

Wir hatten bereits an dieser Stelle über Pläne des Gesundheitsministeriums zu einem Schutzschirm für Zahnärzte berichtet. Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Rettungsschirm scheiterte nun dem Vernehmen nach am Widerstand von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der SPD und der Barmer Ersatzkasse.

Kein Zuschuss sondern rückzahlbare Überbrückung

Anstelle einer Soforthilfe bekommen Zahnärzte nun zunächst 90 % der Vergütung aus dem letzten Jahr. Damit erhalten Sie praktisch ein zinsloses Darlehen und können ihre Liquidität sichern. Diese Überzahlungen sind den Krankenkassen in den Jahren 2021 und 2022 zurückzahlen.

Bundesfinanzminister rechnet offenbar mit baldigem Ansturm von Patienten

Die Ablehnung des Bundesfinanzministers resultiert aus der Ansicht, dass Nachholeffekte von bislang ausgebliebenen Behandlungen direkt bereits im Anschluss an die Pandemie insbesondere die Nachfrage nach Zahnersatz antreiben werden und damit die Einnahmenausfälle zügig kompensiert werden. Die Kritik aus dem Umfeld der Zahnärzte ist natürlich immens. Wir können diese Kritik durchaus nachvollziehen. Wir können an dieser Stelle nur hoffen, dass die Ansicht von Scholz sich bewahrheitet.

Negativer steuerlicher und finanzieller Nebeneffekt

Wir sehen aber als Steuerberater durchaus eine negativen steuerlichen Effekt, den man unbedingt besprechend sollte. Zahnärzte berechnen den steuerlichen Gewinn nach dem Prinzip der „cash flow“ Besteuerung, also Praxiseinnahmen minus Praxisausgaben. Die „Kreditgewährung“ ist nun Teil der Praxiseinnahmen der KZV und daher Teil der Besteuerungsgrundlage für 2020. Diese Steuer wird grundsätzlich in 2021 fällig, also zeitlich genau dann, wenn auch der „Kredit“ zurückbezahlt werden soll. Damit könnten sich die Liquiditätsengpässe auch in 2021  fortsetzen.

Man muss hier die „Überzahlung“ in den steuerlichen Aufzeichnungen 2020 gesondert erfassen und mit dem Finanzamt die steuerneutrale Verbuchung als „Darlehen“ abklären oder aber die freiwillige Aufstellung einer Bilanz überprüfen. Sprechen Sie uns bitte darauf an und schicken uns die die Zusammenfassungen der KZV-Abrechnungen in der „Buchhaltung“ mit.

Nachrichten zur Corona-Krise - hier registrieren...

Ihr Kontakt

Tegernseer Straße 27
83703 Gmund am Tegernsee
Tel.: +49 8022-66 01 40
E-Mail

Top-Arbeitgeber

Ecovis gehört zu den Top-Arbeitgebern unter Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Das sagen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ecovis, denn sie empfehlen ihr Unternehmen weiter.