Informationen zur Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie
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Informationen zur Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie

Die Gastronomie sieht sich vor der Herausforderung, innerhalb eines Jahres zwei Änderungen der Mehrwertsteuer/ Umsatzsteuer zu managen.

1) Welche Umsätze sind betroffen:

Es sind sowohl alle Umsätze im Restaurant als auch alle Umsätze im Liefer- und Straßenverkauf betroffen.

2) Welche Umsätze müssen mit welchen Steuersätzen besteuert werden?

  •  5 % für Speisen im Restaurant und Straßenverkauf vom 01.07.-31.12.2020
  • 16 % für Getränke im Restaurant und Straßenverkauf vom 01.07.-31.12.2020
  •  7 % für Speisen im Restaurant und Straßenverkauf 7 % vom 01.01.-30.06.2021
  • 19 % für Getränke im Restaurant und Straßenverkauf 19 % vom 01.01.-30.06.2021

3) Welches Kriterium entscheidet, welcher Steuersatz zur Anwendung kommt?

Entscheidendes Kriterium ist allein das Leistungsdatum.

Nicht relevant, also unerheblich sind das Rechnungsdatum oder das Zahlungsdatum.

Leistungszeitpunkt beim Restaurationsumsatz ist der Tag, an dem die Kunden im Restaurant beköstigt werden. Beim Straßenverkauf ist es regelmäßig der Tag des Verkaufs. Beim Lieferservice ist es die Auslieferung an den Kunden oder bei der Abholung durch den Kunden. Bei Caterern ist es der Tag der Ausrichtung des Buffets.

Beispiele:

  • Kunde kommt am 01.07. ins Restaurant zum Essen Steuersatz Speisen = 5 %, Steuersatz Getränke 16 %
  • Kunde kommt am 02.01.2021 ins Restaurant zum Essen – Steuersatz Speisen = 7 %, Steuersatz Getränke = 19 %
  • Caterer versorgt am 01.09.2020 eine Familienfeier mit einem großen Buffet – Steuersatz Speisen und Getränke = 16%

4) Entscheidung treffen – Weitergabe des Steuervorteils an die Kunden oder nicht oder nur zum Teil?

Die Bundesregierung will mit der Steuersatzsenkung Verkaufsanreize schaffen. Das bedeutet aber, dass die Steuersatzsenkung auch beim Kunden (Verbraucher) ankommen. Um das zu erreichen, müssten Sie Ihre Preise senken. Diese Entscheidung treffen Sie als Unternehmer. Treffen Sie diese bitte bald.

Beispiel:

Ein Restaurant hat auf der Karte ein Steakgericht für 30 EUR ausgepreist. Aktuell enthält dieser Preis 19 % Umsatzsteuer. Der Nettoerlös des Wirtes beträgt daraus aktuell noch 25,21 EUR.

Ab dem 01.07.2020 werden nur noch 5 % USt aus dem Verkauf fällig. Ändert der Wirt den Preis von 30 EUR nicht, dann beträgt der Nettoerlös des Wirtes nun 28,57 EUR. Der Kunde zahlt weiterhin 30 EUR. Die geringere Ust behält sich der Wirt in dem Fall ein. Es ist zusätzlicher Gewinn für den Wirt.

Gibt der Wirt die Senkung der UST vollständig an den Kunden weiter, muss er ab 1.7.2020 das Steak für 26,47 EUR (vorher 30,00 EUR) verkaufen. Der Nettoerlös des Wirtes wäre in dem Fall ab 1.7. dann wieder 25,21 EUR.

5) Umsätze in der Nacht der Steuersatzänderungen

Sofern es Umsätze in der Nacht der Steuersatzänderung gibt, konnten in der Vergangenheit bei Steuersatzänderungen aus Vereinfachungsgründen alle Umsätze aus Bewirtungsleistungen in der Nacht der Steuersatzänderung mit dem jeweils „alten“ Steuersatz besteuert werden

6) Organisatorisches

  • Die Kassensysteme müssen zügig auf die Änderungen angepasst werden. Nehmen Sie hier kurzfristig Kontakt zu Ihrem Kassensystembetreuer auf.
  • Bei Weitergabe der Senkung an den Kunden (Endverbraucher) müssen dem Vernehmen nach nicht alle Karten und bestehende Preisauszeichnungen geändert werden, es reichen wohl allgemeine Aushänge über einen generellen Rabatt.
  • Dieser Rabatt auf den bisherigen Preis beträgt bei der Senkung der UST von 19 % auf 16 % dann aus Kundensicht exakt 2,52 % Rabatt, nicht 3 %.
  • Bei der Senkung von 7 % auf 5 % sind es exakt 1,87 % Rabatt, nicht 2 %.
  • Sind in der Kasse feste Preise für die Artikel hinterlegt, müssen Sie diese Preise neu bestimmen und neu erfassen, wenn Sie die Senkungen an Ihre Kunden weitergeben!
  • Bei Verkaufsautomaten sind die Programmierungen anzupassen.
  • Auch die Angabe des Steuersatzes in einer Kleinbetragsrechnung (bis zu einem Gesamtbetrag von 250 EUR) muss korrekt erfolgen. Die Angabe eines zu hohen Steuersatzes führt zu einem unrichtigen Steuerausweis im Sinne von § 14c UStG.
  • Bei Eingangsrechnungen (Lieferanten) ist zu beachten, dass für zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 ausgeführte Umsätze nicht der „alte“ Steuersatz in Rechnung gestellt wird.
  • Informieren und schulen Sie bitte rechtzeitig ihr Personal.
  • Alle zeitlichen Abgrenzungen sollten dokumentiert werden, um diese nachvollziehbar für spätere Prüfungen zu halten.
    Bei der Umsetzung und Ermittlung der individuellen Folgen beraten wir Sie gerne persönlich und maßgeschneidert auf Ihren Betrieb. Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gern an.

 

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