Mehr Geld vom Staat – Bund plant Ausweitung der Soforthilfe für den Mittelstand
Share >

Mehr Geld vom Staat – Bund plant Ausweitung der Soforthilfe für den Mittelstand

Die Bundesregierung plant die Ausweitung der Soforthilfe für den Mittelstand. Sechs Monate lang sollen Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten Unterstützung erhalten. Wir liefern hierzu die bislang bekannten Details und eine Einschätzung.

In der aktuellen Corona-Krise gerät auch der Mittelstand immer mehr unter Druck. Bisher richtete sich die Soforthilfe in der Corona-Krise vornehmlich an Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier möchte nun auch dem Mittelstand Soforthilfen zur Verfügung stellen. So geht es aus einem Papier der Neuen Osnabrücker Zeitung hervor.

Wer kann die Soforthilfe beantragen?

Erfasst werden Solo-Selbständige, Kleinstbetriebe und Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern. Diese müssen durch coronabedingte Schließungen oder Auflagen Umsatzausfälle von mindestens 60 Prozent in den Monaten April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2019 haben.

Höhe und Laufzeit der Soforthilfe nach der geplanten Ausweitung

Der Bund plant eine Berechnung der Höhe der Soforthilfe nach der Höhe des jeweiligen Umsatzeinbruchs. Die Unternehmer erhalten eine monatliche Fixkostenerstattung in Höhe von:

  • 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch beziehungsweise
  • 50 Prozent der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent.

Der Umsatzeinbruch wird jeweils monatlich im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat errechnet. Unternehmer, die Umsatzeinbrüche von weniger als 50 Prozent erlitten haben, sollen keine Zuschüsse erhalten.

Die Soforthilfe ist grundsätzlich von Juni bis Dezember 2020 erhältlich. Die konkrete Bezugsdauer hängt von der Dauer der Umsatzeinbrüche ab.

Prüfung der Voraussetzungen für die Soforthilfe

Zum Nachweis der Voraussetzungen plant der Bund ein zweistufiges Verfahren:

  1. Bei einer Antragstellung soll eine Glaubhaftmachung der Voraussetzungen durch geeignete Nachweise (z.B. Jahresabschluss, Steuerbescheid) erfolgen. Die Auszahlung würde dann auf Grundlage von Bestätigungen durch Steuerberater oder Berufskammern für monatlich vorzunehmende Umsatzprognosen vorgenommen.
  2. Anschließend wird eine nachträgliche Nachweispflicht (z.B. Umsatzsteuervoranmeldung, vom Steuerberater geprüfte BWA) zur Überprüfung vorgeschrieben.
    Sollte die Umsatzentwicklung besser als erwartet ausfallen, müssen Unternehmer zuviel gezahlte Zuschüsse zurückzahlen.

Erhalten Unternehmen die Soforthilfe auch, wenn sie bereits Soforthilfe des Bundes oder der Länder erhalten haben?

Unternehmen, die bereits Soforthilfe erhalten haben, aber weiter Umsatzausfälle verzeichnen, dürfen neue Anträge stellen. Allerdings erfolgt eine Anrechnung von anderen Corona-Zuschüssen und Vorteilen.

Wer organisiert die Auszahlung der Soforthilfe?

Die Auszahlung sollen die Wirtschaftsministerien der jeweiligen Länder übernehmen.

Unsere Einschätzung

Aktuell erleben wir bei unseren Mandanten teilweise große Verunsicherung über die zukünftigen wirtschaftlichen Auswirkungen. Viele merken die Krise erst jetzt wirklich oder die Auswirkungen kommen sogar erst noch. Weitere Hilfen sind daher für die extremen Fälle notwendig, um das Überleben der Unternehmen zu sichern, die unverschuldet in diese Situation geraten sind. Allerdings sollten unseres Erachtens schon vor der Auszahlung entsprechende Prüfungen erfolgen, um Missbrauch zu vermeiden. Denn der Anreiz auf Antragstellung ins Blaue hinein ist bei diesen in Aussicht gestellten Beträgen sicher groß.

Es handelt sich aktuell noch um einen Vorschlag des Ministeriums. Beschlossen ist hierzu noch nichts. Wir halten Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden.

Nachrichten zur Corona-Krise - hier registrieren...

Steuerberater in Gmund am Tegernsee, Tobias Koch
Tobias Koch
Tel.: +49 8022-66 01 40
Steuerberater
Beraterseite

Steuerberater in Gmund am Tegernsee, Felix Heberger
Felix Heberger
Tel.: +49 8022-66 01 40
Steuerberater
Beraterseite