{"id":4238,"date":"2020-06-12T10:47:42","date_gmt":"2020-06-12T08:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ecovis.com\/tech-law\/?p=4238"},"modified":"2020-09-25T17:00:59","modified_gmt":"2020-09-25T15:00:59","slug":"neue-influencer-rechtsprechung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ecovis.com\/tech-law\/neue-influencer-rechtsprechung\/","title":{"rendered":"Neue Influencer Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"<p>Kommerzielle und private Interessen lassen sich bei Influencern nur schwer voneinander abgrenzen. In diesem Rahmen wird insbesondere das Setzen von Links und Tags auf einzelne Produkte, Marken oder L\u00e4den diskutiert. J\u00fcngst wurde die diesbez\u00fcgliche Rechtslage durch zwei verschiedene Urteile konkretisiert.<\/p>\n<h3>Urteil des <a href=\"https:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/t\/1tkj\/page\/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA200501904&amp;cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">OLG Braunschweig<\/a><\/h3>\n<p>In diesem Fall ging es um eine Influencerin, die auf Instagram regelm\u00e4\u00dfig Bilder und kurze Videos zu Sport\u00fcbungen sowie Fitness- und Ern\u00e4hrungstipps postet. Per<strong> Tag wurde die dabei getragene Kleidung verlinkt<\/strong> und auf den <strong>Instagram-Account der entsprechenden Unternehmen weitergeleitet<\/strong>.<\/p>\n<p>Das OLG hielt dieses Verhalten f\u00fcr<strong> unzul\u00e4ssige Werbung<\/strong>. Die Influencerin betreibe ihren<strong> Instagram-Account nicht privat, sondern auch zugunsten der Imagepflege und zum Aufbau ihrer eigenen Marke und ihres Unternehmens<\/strong>. Dass sie f\u00fcr bestimmte Werbung<strong> keine Gegenleistungen erhalten habe, sei dabei nicht allein entscheidend<\/strong>. Die Erwartung, das Interesse von Drittunternehmen an einem Influencer-Marketing zu wecken und auf diese Weise Ums\u00e4tze zu generieren, <strong>reiche bereits aus<\/strong>, um nicht als solche gekennzeichnete Werbung als unzul\u00e4ssig einzustufen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem spreche f\u00fcr ein kommerzielles Handeln, dass die Instagram-Beitr\u00e4ge keinen redaktionellen Anlass f\u00fcr die Bilder und Herstellernennung b\u00f6ten. Dementsprechend ergebe sich<strong> f\u00fcr Verbraucher auch nicht aus dem Kontext heraus, dass es sich bei den Postings um Werbung handele<\/strong>. Es liege gerade in der Natur eines Influencer-Posts, dass eine scheinbar private und objektive Empfehlung abgegeben werde, welcher eine h\u00f6here Bedeutung beigemessen w\u00fcrde als einer gekennzeichneten Werbung.<\/p>\n<h3>Urteil des <a href=\"https:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/t\/1tkj\/page\/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA200501906&amp;cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LG Koblenz<\/a><\/h3>\n<p>Ein \u00e4hnlich gelagerter Fall war beim LG Koblenz anh\u00e4ngig. Dort ging es um eine andere Influencerin, die<strong> Fotos und Videos eines Friseurbesuchs postete und den entsprechenden Salon verlinkte<\/strong>. Auch sie <strong>verzichtete dabei auf die Kennzeichnung als Werbung<\/strong>. Es folgte eine Aufforderung eines Wettberwerbverbandes, ein solches Verhalten zu unterlassen und eine anschlie\u00dfende Unterlassungserkl\u00e4rung der Influencerin. Nichtsdestotrotz tauchten in der Folgezeit weitere Beitr\u00e4ge auf. Daraufhin machte der Verband einen dreifachen Versto\u00df gegen die Unterlassungserkl\u00e4rung geltend und <strong>forderte 15.300 EUR<\/strong>.<\/p>\n<p>Das LG Koblenz <strong>urteilte zugunsten des Verbands<\/strong>. Die Fotos seien <strong>nicht mehr blo\u00df privater Natur<\/strong>, da die Frau mit den besagten Postings ganz <strong>gezielt die Entscheidungen der Verbraucher beeinflusse<\/strong>, um den Absatz des Friseursalons zumindest mittelbar zu f\u00f6rdern. Eine von der<strong> Inhaberin des Salons unterzeichnete Erkl\u00e4rung<\/strong>, keine gesch\u00e4ftlichen Beziehungen mit der Influencerin zu haben, wertete das Gericht als<strong> inhaltlich falsch<\/strong>. Des Weiteren seien die Beitr\u00e4ge geeignet, Verbraucher zu einer gesch\u00e4ftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sie bei einem entsprechenden Hinweis auf den kommerziellen Zweck eventuell nicht getroffen h\u00e4tten. Die T\u00e4tigkeit der Influencerin sei &#8222;generell Werbung&#8220; und unternehmerisch. Das gehe bereits aus den<strong> partnerschaftlichen Kooperationen<\/strong> und dar\u00fcber hinaus auch aus der <strong>Selbstvermarktung<\/strong> hervor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommerzielle und private Interessen lassen sich bei Influencern nur schwer voneinander abgrenzen. In diesem Rahmen wird insbesondere das Setzen von Links und Tags auf einzelne Produkte, Marken oder L\u00e4den diskutiert. J\u00fcngst wurde die diesbez\u00fcgliche Rechtslage durch zwei verschiedene Urteile konkretisiert. 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