Gesundheitsversorgung gemeinsam weiterentwickeln – tranSektoris macht das möglich
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Gesundheitsversorgung gemeinsam weiterentwickeln – tranSektoris macht das möglich

Dr. Renate Müller ist Geschäftsführende Gesellschafterin bei tranSektoris. Die Redaktion von ECOVIS med hat sie gefragt, wie sich eine noch effektivere und sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung und eine bessere Wirtschaftlichkeit erreichen lässt.

Frau Müller, was muss sich aus Ihrer Sicht grundlegend an unserem Gesundheitssystem ändern?

Entscheidend ist der Wandel von einem „Reparaturbetrieb“ hin zu einem echten Gesundheitssystem. Fokus muss sein, die Bevölkerung dabei zu unterstützen, physisch und psychisch gesund zu leben. Das geht nur, wenn Akteure und Bürger sich auf dieses Ziel verständigen und ihren Beitrag dazu leisten.

Reicht es nicht aus, was die Politik anstößt mit den Digitalisierungsprojekten, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Player im Gesundheitssektor zu vereinfachen?

Natürlich hat die Politik den Auftrag, Rahmenbedingungen zu schaffen. Aber das allein reicht nicht aus. Es ist mehr möglich, wenn man wirklich will. Genau das hat sich tranSektoris vorgenommen: ein Netzwerk der „Beherzten und Willigen“ aufzubauen, die bereit sind zu verstehen, wie die anderen Akteure ticken und was sie brauchen, um gemeinsam Versorgungsprozesse zu gestalten. Die größten Hindernisse liegen nicht primär in der Technik, sondern am überkommenen Selbstverständnis der Beteiligten.

Wer und was steckt hinter tranSektoris?

Das Netzwerk repräsentiert die ganze Bandbreite der Akteure: Ministerien, Industrie, etwa Pharma, MedTech oder IT, Leistungserbringer, Krankenkassen, Patientenorganisationen, medizinische Fachberufe oder Verbände. Unser Ziel ist es, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern. Dazu müssen wir verstehen, wie Denk- und Entscheidungsprozesse laufen. Wir haben daher diverse Formate entwickelt. Unser Herzstück ist das „Impact Programm“. Zu Jahresthemen besuchen wir Kernplayer des Gesundheitssystems vor Ort. Besonders Teilnehmende mit Führungsaufgaben profitieren von dem offenen Austausch und Dialog.

Wie setzen Sie die Erkenntnisse aus dem tranSektoris-Netzwerk um?

Die Ideen kommen von den Netzwerkteilnehmern und nicht von tranSektoris als Organisation. Wir verstehen uns als „Enabler“ und bieten Themen und Formate. Diese evaluieren wir: 93 Prozent unserer Teilnehmenden empfehlen tranSektoris-Formate weiter, 77 Prozent erlebten neue Perspektiven und schätzen den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung – und das langfristig. Denn 61 Prozent kooperieren noch nach Jahren.

Sie feiern mit tranSektoris in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Gibt es ein Projekt, auf das Sie besonders stolz sind?

In diesen Jahren hat sich ein unglaubliches Netzwerk, ein „tranSektoris-Spirit“ gebildet. Er bringt echte Veränderungen in den Arbeitsalltag. So sind große und kleine Formen der Zusammenarbeit entstanden: von einem landesweiten Demenzprojekt bis hin zum teils langjährigen regelmäßigen Austausch der „tranSektorianer*innen“.

Zur Person

Dr. Renate Müller hat Medizin und Geisteswissenschaften studiert. Sie ist Kommunikations- und Strategieberaterin. Ihr Beratungsunternehmen war auf intersektorale Versorgungsprojekte in der Gesundheitswirtschaft spezialisiert. 2012 gründete sie tranSektoris – Leadership in Healthcare. www.transektoris.de

Tim Müller, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht bei Ecovis in München

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