Tantiemen geschäftsführender Gesellschafter:innen
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Tantiemen geschäftsführender Gesellschafter:innen

Tantiemen sind erfolgsabhängige Vergütungen, die Geschäftsführer-Gesellschafter:innen einer GmbH zusätzlich zum Gehalt erhalten. Lesen Sie unsere FAQs zu Tantiemen geschäftsführender Gesellschafter:innen.

Tantiemen müssen Sie von Gewinnausschüttungen abgrenzen. Richtig vereinbart und klug umgesetzt, helfen Tantiemen beim Steuern sparen. Hier finden Sie unsere kleinen Fragen und Antworten zu Tantiemen geschäftsführender Gesellschafter:innen.

Wie wirken Tantiemen?

Sie mindern den Gewinn der GmbH und deren Steuerlast. Bei Empfänger:innen unterliegen sie im Jahr der Zahlung der Einkommensteuer.

Wie werden Tantiemen ermittelt?

Häufig prozentual vom Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dann heißen sie Gewinntantiemen und werden unter weiteren Bedingungen steuerlich anerkannt.

Was passiert, wenn ich die Tantieme nicht vom Gewinn abhängig mache?

Man könnte den Marktanteil des Unternehmens oder erreichte vorgegebene Planzahlen als Größen festlegen, und hiernach die Höhe einer Tantieme bestimmen. Beliebt sind auch Umsatztantiemen.

All diese werden aber meistens nicht anerkannt, weil sie unabhängig von der Ertragslage der GmbH zu bezahlen sind. Sie widersprechen deshalb dem Gewinninteresse der GmbH. Das gilt meist auch für Rohgewinntantiemen.

Wenige Ausnahmen gibt es bei einer Gesellschaft im Aufbau oder bei im Vertrieb tätigen Gesellschafter-Geschäftsführer:innen.

Wann werden Tantiemen steuerlich anerkannt?

Entscheidend sind die Verhältnisse und die Einschätzungen der Beteiligten zum Zeitpunkt des Abschlusses der Tantiemevereinbarung.

Zur Angemessenheit einer Tantieme muss das Verhältnis zwischen Festgehalt der Geschäftsführers oder der Geschäftsführerin und der Höhe der erfolgsabhängigen Tantieme in einem angemessenen Verhältnis stehen: Tantiemen von über 50 Prozent des handelsrechtlichen Jahresüberschusses vor Abzug der Gewinntantieme und der ertragsabhängigen Steuern werden als verdeckte Gewinnausschüttungen nicht anerkannt.

Man spricht von Gewinnabschöpfung. Sie mindert nicht das steuerliche Einkommen der GmbH. Sie kostet zusätzlich Kapitalertragsteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer).

Bei Tantiemezusagen an geschäftsführende Gesellschafter:innen dürfen die Bezüge wenigstens zu 75 Prozent aus Festgehalt und höchstens zu 25 Prozent aus Tantieme bestehen.

Kann ich mit einer anerkannten Tantieme die Steuerlast der GmbH auf Null bringen?

Nein.

Der GmbH muss nach Abzug der Gehälter geschäftsführender Gesellschafter:innen eine Kapitalverzinsung von etwa 15 Prozent des eingesetzten Kapitals (mindestens Stammkapital plus Anlagevermögen) über einen Zeitraum von ca. fünf Jahren verbleiben.

Man kann den Gewinn nicht komplett absaugen.

Ich erhalte kein Gehalt, sondern ausschließlich eine Gewinntantieme. Geht das?

Sogenannte „Nur-Tantiemen“ werden grundsätzlich nicht anerkannt.

Kann ich die Tantieme rückwirkend vereinbaren?

Nein. Daher brauchen Sie eine klare Vorabvereinbarung. Es gibt das Rückwirkungs- bzw. Nachzahlungsverbot.

Eine rückwirkende Gehaltserhöhung aufgrund eines Gesellschafter:innen-Beschlusses vom 30. Dezember 2020 zum 01. Januar 2020 ist allein wegen des Rückwirkungsverbotes zu 11/12 eine verdeckte Gewinnausschüttung und somit zu 11/12 steuerlich nicht wirksam.

Unsere Einschätzung

Gewinntantiemen sind eine gute Möglichkeit, die Steuern der GmbH zu mindern. Besonders wirksam sind sie, wenn die Gewerbesteuer-Sätze der GmbH relativ hoch sind. Wenn die persönliche Einkommensteuer aus anderen Gründen unterhalb des Spitzensteuersatzes liegt, dann entfalten wirksam vereinbarte Tantiemen ihre voll wirksame Steuerersparnis.

Fehler in der Gestaltung führen zu einer verdeckten Gewinnausschüttung und werden ungewollt teuer.

Wenn Sie Fragen hierzu haben, helfen wir ECOVIS-NRW-Expert:innen gerne weiter.

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Steuerberater, Wirtschaftsprüfer in Köln, Düsseldorf, and Köln, Sven Rücker
Sven Rücker
Tel.: +49 2173-39 94 70
Steuerberater, Wirtschaftsprüfer
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