Wie weit trägt Sie ihr Geschäftsmodell nach Corona?
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Wie weit trägt Sie ihr Geschäftsmodell nach Corona?

Ein Gastbeitrag von Dr. Hans Peter Döhmen

Dr. Döhmen ist seit 2003 Geschäftsführender Gesellschafter der döhmen consulting gmbh und verfügt über dreißig Jahre Erfahrung in der Führung und Beratung von Industrieunternehmen.

Diese Frage gehört auch ohne den Corona-Zusatz zu den Standardfragen unserer Mandanten der döhmen consulting gmbh. In dieser Ausnahmensituation werden Veränderungen noch schneller und noch dringlicher auf uns zukommen. Darum sollten Sie Ihr Geschäftsmodell in der Corona-Krise auf den Prüfstand stellen. Welche positiven und welche negativen Beispiele es gibt und wie Profis dabei vorgehen, das erfahren Sie hier.

„In Zeiten raschen Wandels können Erfahrungen dein schlimmster Feind sein.“ (Martin Luther King JR.)

Geschäftsmodelle, die heute noch gut funktionieren, können schon morgen überholt sein.

Erfolgreiche Geschäftsmodelle verlieren mit zunehmender Geschwindigkeit an Bedeutung. Das galt schon zu Zeiten von Automatisierung, Globalisierung und Digitalisierung – und das gilt erst recht nach der Corona-Krise.
Wer die Zeichen der Zeit nicht oder zu spät erkannt hat oder Entwicklungen falsch einschätzte, dessen Geschäftsmodell bekam Schlagseite. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell angepasst haben, konnten ihre Marktposition mindestens halten oder nachhaltig verbessern.

5 Fragen, die den Unterschied machen

  1. Passt mein Sortiment zu den Bedürfnissen meiner Kunden?
  2. Passen die Lebenszyklen meiner Produkte zu den Entwicklungskosten?
  3. Habe ich eine Strategie?
  4. Schaue ich über den Tellerrand hinaus?
  5. Sehe ich den Wald trotz der vielen Bäume?

Unternehmen, die über viele Jahrzehnte erfolgreich waren, haben sich diese Fragen immer wieder gestellt. Ihnen gelang und gelingt ein permanenter Wandel. 1902 wurde die Firma 3M als Schleifmittelproduzent gegründet und Samsung war 1938 noch ein Lebensmittelhändler. Heute ist Samsung einer der größten Elektronikkonzerne der Welt und 3M ein Mischkonzern mit 50 Tausend verschiedenen Produkten und 25 Tausend diversen Patenten.

Anderen Traditionsunternehmen ist das nicht gelungen. Das Versandhaus Quelle wurde 1927 gegründet, der Automobil- und Karosseriebauer Karmann 1901. Oder denken Sie an AGFA, den bekannten Hersteller fotografischer Produkte , der schon 1867gegründet wurde. Berühmte und renommierte Unternehmen, die den Wandel nicht geschafft haben.

Das Businessmodell gehört auf den Prüfstand. Das ist der Weg einer nachhaltigen Existenzsicherung

Kurzfristig kann das schon durch Kostenreduzierung, zum Beispiel der Personalkosten, einem Kapazitätsabbau, zum Beispiel durch Werksschließungen oder Make-or-Buy-Entscheidungen, zum Beispiel Outsourcing erfolgen. Langfristig geht es aber selten ohne Effizienzsteigerung, Diversifikation, Knowhow-Zukauf oder der Erschließung neuer Absatzmärkte.

Diese 5 Kräfte wirken auf Unternehmen

  1. Verhandlungsmacht der Kunden
  2. Verhandlungsstärke der Lieferanten
  3. Wettbewerber
  4. Bedrohung durch neue Konkurrenten und
  5. Bedrohung durch Ersatzprodukte

(Quelle: M. Porter, Five Forces, Competitive Strategy, 1980)

Die technologische Entwicklung, die Maßgaben der Klimapolitik, Gesetzesänderungen oder der Fachkräftemangel halten weitere Bedrohungen für überkommene Geschäftsmodelle bereit.

Auch dafür gibt es Beispiele. Denken Sie nur daran, wie die neuen Anforderungen der E-Mobilität bei Fahrzeugantrieben oder das Umdenken der Kunden beim Individualverkehr auf die Automobilindustrie wirken. Zahlreiche Branchen werden in der Zeit nach Corona ihre Lieferketten hinterfragen. Die Versorgungssicherheit wird eine größere Rolle spielen als bisher.

Arbeitswelt hat in der Corona-Krise einen großen Schritt Richtung Digitalisierung, Heimarbeit und einer geänderten Meeting-Kultur gemacht

Auch dieser Trend wird sich nach Corona fortsetzen, nicht nur unternehmensintern, sondern auch in der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten. Das wird Auswirkungen auf Dienstreisen und den Arbeitsort haben.

Fluggesellschaften werden davon betroffen sein, ebenso Autovermieter und das gesamte Hotel- und Gaststättengewerbe. Die steigende Zahl der jetzt etablierten Heimarbeitsplätze wird Auswirkungen auf Layout und Größe zukünftiger Büroflächen haben. Ein verändertes Kaufverhalten ganzer Käuferschichten wird Folgen für den stationären Einzelhandel haben, die nichts Gutes erahnen lassen.

„Steigt der Einfluss von außen, muss ein Geschäftsmodell unverzüglich hinterfragt werden“

Hierzu bedarf es einer detaillierten Analyse der heutigen und zukünftigen Ertragskraft eines Unternehmens. Basis dafür sind das aktuelle Businessmodell und eine integrierte Unternehmensplanung mit einem Planungshorizont von fünf bis sieben Jahren. Dabei gibt es drei große Leitfragen.

  1. Welche Veränderungen des relevanten Marktes, insbesondere auch des Wettbewerbsumfelds gibt es?
  2. Was sind die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens?
  3. Welche finanziellen Handlungsspielräume sind vorhanden?

Aus der Analyse werden Maßnahmen entwickelt, die das Geschäftsmodell anpassen, auf Basis dessen eine neue integrierte Unternehmensplanung erstellt und abschließend das neue Geschäftsmodell implementiert werden kann.

 

Die döhmen consulting gmbh berät und begleitet ihre Kunden bei der Überprüfung und Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle. Sie unterstützen Unternehmen bei Konzeption und Planungsrechnungen, sowie mit operativer Unterstützung bis hin zum Interimsmanagement.

 

 

 

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