{"id":2276,"date":"2019-11-18T13:25:17","date_gmt":"2019-11-18T12:25:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ecovis.com\/datenschutzberater\/?p=719"},"modified":"2021-08-29T21:11:54","modified_gmt":"2021-08-29T19:11:54","slug":"millionenbussgeld-wegen-fehlender-datenloeschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ecovis.com\/datenschutzberater\/millionenbussgeld-wegen-fehlender-datenloeschung\/","title":{"rendered":"Die Schonfrist ist endg\u00fcltig vorbei \u2013 Millionenbu\u00dfgeld wegen fehlender Datenl\u00f6schung verh\u00e4ngt"},"content":{"rendered":"<p>Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat gegen das Immobilienunternehmen \u201eDeutsche Wohnen\u201c ein Bu\u00dfgeld in H\u00f6he von 14,5 Millionen Euro wegen des Versto\u00dfes gegen die Datenschutzgrundverordnung verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der Entscheidung war die Feststellung der Aufsichtsbeh\u00f6rde, dass Mieterdaten auch nach Ablauf der gesetzlichen Speicherfrist angeblich aus dem elektronischen Archivsystem nicht gel\u00f6scht werden konnten. Bereits bei einer Vor-Ort-Pr\u00fcfung im Juni 2017 war festgestellt worden, dass das Unternehmen f\u00fcr die Speicherung der personenbezogenen Daten der Mieterinnen und Mieter ein Archivsystem verwendete, das keine M\u00f6glichkeit vorsah, die nicht mehr erforderlichen Daten zu l\u00f6schen. Teilweise konnten Jahre alte private Angaben wie zum Beispiel Gehaltsbescheinigungen, Selbstauskunftsformulare, Steuer- und Krankenversicherungsdaten eingesehen werden, ohne dass eine rechtliche Grundlage zur Speicherung oder Nutzung vorgelegen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Bu\u00dfgelderh\u00f6hend hat sich jedoch offensichtlich die fehlende Umsetzung der Feststellungen der Aufsichtsbeh\u00f6rde ausgewirkt. Obwohl die \u201eDeutsche Wohnen\u201c bereits 2017 auf die Vers\u00e4umnisse aufmerksam gemacht wurde und dazu aufgefordert wurde, ihr Archivsystem anzupassen, hatte sich bei einer erneuten Vor-Ort-Untersuchung im M\u00e4rz 2019 kaum etwas ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Diese bewusst unzul\u00e4ssige Speicherung und Verarbeitung der Daten \u00fcber einen langen Zeitraum wirkte sich bei der Bemessung des Bu\u00dfgelds nachteilig f\u00fcr die \u201eDeutsche Wohnen\u201c aus. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smolczyk sprach von einem &#8222;eklatanten Versto\u00df gegen die Grunds\u00e4tze des Datenschutzes&#8220;. Laut dem zugrunde gelegten Vorjahresumsatz der \u201eDeutsche Wohnen&#8220;, der h\u00f6her war als eine Milliarde Euro, h\u00e4tte das Bu\u00dfgeld sogar bis zu 28 Millionen Euro betragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>Damit wird zweierlei klar:<\/h5>\n<ul>\n<li>die fehlende technische Realisierbarkeit einer Datenl\u00f6schung aufgrund der Nutzung eines technischen Systems ist keine wirksame Ausrede<br \/>\nund<\/li>\n<li>Nichts-Tun nach einer aufsichtsbeh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfung ist keine Alternative. Nicht jeder Versto\u00df f\u00fchrt zu einem Millionen-Bu\u00dfgeld, aber jeder Tag der Verz\u00f6gerung kann zu einem empfindlichen Bu\u00dfgeld heranwachsen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat gegen das Immobilienunternehmen \u201eDeutsche Wohnen\u201c ein Bu\u00dfgeld in H\u00f6he von 14,5 Millionen Euro wegen des Versto\u00dfes gegen die Datenschutzgrundverordnung verh\u00e4ngt. 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