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Steuer-Info für Ärzte 2017

19.12.2017

Wie immer wenn das Jahr zu Ende geht finden Sie in unserem Steuersplitter die wichtigsten Hinweise und Tipps zum Jahresende. In Sachen Registrierkasse ist heuer erstmals ein Jahresbeleg zu erstellen und zu prüfen. Dazu nachfolgend eine kurze Anleitung.

Erstellung und Überprüfung Ihres Jahresbeleges

Schritt 1: Erstellung des Jahresbeleges 

Zum Abschluss Ihres Geschäftsjahres müssen Sie mit jeder Registrierkasse einen Jahresbeleg erstellen. Der Jahresbeleg ist der Monatsbeleg für Dezember. Wie jeder andere Monatsbeleg ist auch der Monatsbeleg Dezember ein Nullbeleg.

Daher gilt: Jahresbeleg = Monatsbeleg Dezember = Nullbeleg 

Schritt 2: Prüfung des Jahresbeleges

Die Überprüfung des Jahresbeleges (manuell, mittels Belegcheck-App oder automatisiert über ein Registrierkassen-Webservice) ist bis spätestens 15. Februar 2018 vorzunehmen. Bitte beachten Sie diese Frist, denn eine Prüfung nach dem 15.2. kann als Finanzordnungswidrigkeit ausgelegt werden.  

TIPP: Gerne nehmen wir die Überprüfung des Jahresbeleges für Sie vor. Dazu schicken Sie uns den Beleg per Mail oder Post am besten umgehend nach Erstellung um die Frist auch rechtzeitig einhalten zu können.

Der Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag wird unverändert in den Grundfreibetrag und den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag unterteilt, wobei für Gewinne bis EUR 30.000,– keine Anschaffungen notwendig sind (Grundfreibetrag). Übersteigt der Gewinn EUR 30.000,–, kann durch entsprechende Investitionen in Sachanlagen und/oder Wertpapiere der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag bis maximal EUR 41.450,– geltend gemacht werden.

Bitte beachten Sie, bei Sacheinlagen muss es sich um ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter mit einer Mindestnutzungsdauer von 4 Jahren handeln (zB medizinische Geräte, Betriebs- und Geschäftsausstattung, EDV-Ausstattung Adaptierungskosten der Ordinationsräumlichkeiten).

TIPP: Ist der Kauf von Geräten etc. wirtschaftlich nicht sinnvoll sowie betrieblich nicht notwendig, können auch Wertpapiere angeschafft werden. Diese müssen ebenfalls 4 Jahre im Betriebsvermögen verbleiben und können anschließend wieder veräußert werden. Sollten Sie Ihre Investitionen noch nicht durchgeführt haben, setzen Sie sich noch vor Weihnachten mit Ihrer Hausbank in Verbindung.

Betriebsausgaben müssen noch vor dem 31.12.2017 bezahlt werden

Steuerlich wirksam sind Betriebsausgaben für die Steuererklärung 2017 nur, wenn sie auch heuer noch bezahlt werden.

Beispiele dafür: Vorauszahlungen für zB Medikamenteneinkäufe, aber auch Mieten und Leasingraten, Versicherungsprämien und Honorare.

Bitte beachten Sie: „Vorgezogene Zahlungen“ führen in steuerlicher Hinsicht zu einem Einmaleffekt, da sie betragsmäßig im nächsten Jahr fehlen. Das Vorziehen von Ausgaben macht aber Sinn, wenn man ein überdurchschnittliches Jahresergebnis glätten möchte.

Investitionen in das Anlagevermögen können zur Deckung des Investitionsvolumens für den Gewinnfreibetrag herangezogen werden. Durch die Inbetriebnahme des Anlagenguts noch im Dezember kann steuerlich auch noch eine Halbjahresabschreibung geltend gemacht werden.

Anlagengegenstände mit einem Wert unter EUR 400,– (sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter) können sofort als Betriebsausgabe berücksichtigt werden.

Weihnachtsfeier und Geschenke für Mitarbeiter

Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (Weihnachtsfeiern, Betriebsausflüge) steht pro Arbeitnehmer und Jahr ein Steuerfreibetrag von EUR 365,– zur Verfügung. Übersteigende Beträge sind allerdings steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Zusätzlich können Sie Ihren Arbeitnehmern Weihnachtsgeschenke bis EUR 186,– sozialversicherungs- und lohnsteuerfrei machen. Es muss sich allerdings um Sachzuwendungen handeln zB Warengutschein, Goldmünzen.

Geschenkte Bargeldbeträge sind steuerpflichtig!

Absetzbarkeit von Spenden

Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Institutionen sind bis maximal 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar.

Für private Spender ist die 10% Grenze auf den Gesamtbetrag der Einkünfte des laufenden Jahres anzuwenden. Bereits abgezogene betriebliche Spenden werden auf diese Grenze angerechnet.

Ende der Aufbewahrungspflicht für Bücher und Aufzeichnungen

Die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Belege des Jahres 2010 endet am 31.12.2017.

Bitte beachten Sie: Unterlagen sind dann weiter aufzubewahren, wenn sie in einem anhängigen Berufungsverfahren, gerichtlich- oder behördlichen Verfahren, in dem Ihnen Parteistellung zukommt, von Bedeutung sind.

Alle Unterlagen, die Grundstücke betreffen (Kaufverträge, Anwalts- u. Notarkosten, Schätzkosten, Kosten für durchgeführte Investitionen, Kreditverträge), sind zumindest 22 Jahre aufzubewahren. (Vorsteuerrückverrechnungen) darüber hinaus sollten diese im Hinblick auf eine Veräußerungsgewinnermittlung in späteren Jahren auch bis zur Veräußerung aufbewahrt werden.

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