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Individuell und maßgeschneidert – Kurier Recht

19.10.2017

„Gesellschaftsvertrag. Ein individuell an Bedürfnisse der Teillhaber angepasster
Gesellschaftsvertrag schützt“

Gründet man ein Unternehmen, sollte man auf alle Fälle einen Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Auch wenn es, wie bei einer Offenen Gesellschaft, keine bestimmten Vorschriften gibt, empfiehlt sich dringend die Abfassung eines schriftlichen Vertrages. So können später unliebsame Überraschungen oder sogar Rechtsstreitigkeiten vermieden werden. Je individueller der Gesellschaftsvertrag auf das Unternehmen zugeschnitten ist, desto weniger Konfliktpotenzial gibt es später.

Regelungen die passen

Für Gesellschaftsverträge gibt es Mindestinhalte wie die Namen, das Geburtsdatum und die AdressederGesellschafter,denNamen der Firma, den Sitz der Gesellschaft, den Gegenstand des Unternehmens, die Dauer der Gesellschaft, das Geschäftsjahr und das Stammkapital (GmbH). Es sollten aber auch individuelle Punkte in den Gesellschaftsvertrag aufgenommen werden, denn was passiert, wenn ein GesellschafterseinenGeschäftsanteil verkaufen möchte, stirbt oder insolvent wird? Standardverträgesorgenauchnichtfürjenen Fall vor, wenn die Gesellschaftsrechte – z. B. durch eine Erbschaft–aufeinenMinderjährigen übergehen. In diesem Fall braucht man für fast alle Entscheidungen die Zustimmung des Gerichts.

Es empfiehlt sich daher, mit dem Notar als unabhängigen Rechtsberater die Errichtung eines maßgeschneiderten Gesellschaftsvertrages zu besprechen und Fragen aus dem Gewerbe-, Steuer-, Immobilienund Erbrecht zu klären. „Bereits vorgefertigte Verträge bieten da wenig Spielraum, der aber dringend notwendig ist. Die Diskussion um vereinfachte Verträge, und eine möglichst billige Gründung, die es jetzt gibt, ist ja schön und gut. Aber schon, wenn ich den ersten Gesellschafter dazunehme, sprich zu zweit bin, stellen sich bereits einige Fragen“, erklärt David Gloser von der ECOVIS Austria Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft m.b.H. Und weiter: „Jedes Unternehmen ist anders und bedarf deshalb Regelungen die zum Unternehmen und den Gesellschaftern passen.“

Tod eines Gesellschafters

Man sollte auch Regelungen zur Vorsorge bedenken. So können der Tod eines Gesellschafters und damit verbunden ein Aufgriffsrecht für die Mitgesellschafter, oder Mitverkaufsrechte und Mitverkaufsverpflichtungen, die speziell Minderheitsgesellschafter betreffen, aufgenommen werden. Auch die Kündigung eines Gesellschafters ist einThema,das man mit Blick auf die Zukunft bedenken sollte.
Spätere Änderungen des Gesellschaftsvertrages sind möglich, bedürfen aber bei einer GmbH eines Beschlusses der Generalversammlung. Sind viele Änderungen nötig, wird der alte Gesellschaftsvertrag zur Gänze aufgehoben und neu gefasst.

– HELENE TUMA

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