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Arbeitsrecht Update ab 01.07.2018

16.07.2018

Änderung Entgeltfortzahlung

Wurde ein Dienstverhältnis im Krankenstand einvernehmlich aufgelöst, endete die Entgeltfortzahlung bisher mit Ende des Arbeitsverhältnisses. Neu ist, dass ArbeitgeberInnen (auch bei einvernehmlicher Auflösung) das Entgelt weiterzahlen müssen, solange ein Entgeltfortzahlungsanspruch besteht – d.h. über das arbeitsrechtliche Ende des Dienstverhältnisses hinaus. Dies gilt für einvernehmliche Auflösungen ab dem 01.07.2018.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Krankheit und Unfall wurde für Angestellte und ArbeiterInnen vereinheitlicht und richtet sich nach dem Arbeitsjahr. Im ersten Jahr eines jeden Dienstverhältnisses besteht ein voller Fortzahlungsanspruch für sechs Wochen. Dauert das Dienstverhältnis länger als 1 Jahr, erhöht sich der Anspruch auf acht Wochen. Mit Beginn eines jeden Arbeitsjahres besteht für ArbeitnehmerInnen der Anspruch auf Entgeltfortzahlung wieder in vollem Umfang (unabhängig von Vor- oder Wiedererkrankungen).

Bei Arbeitsunfällen bzw. Berufskrankheiten besteht bereits ab Beginn des Arbeitsverhältnisses ein achtwöchiger Anspruch auf volle Entgeltfortzahlungen.


Zuschüsse zum Krankenentgelt

ArbeitgeberInnen, die nicht mehr als 50 ArbeitnehmerInnen beschäftigen, können einen Zuschuss zum Krankenentgelt bei der AUVA beantragen. Der Zuschuss beträgt 50% des jeweils tatsächlich fortgezahlten Entgeltes. Bei Arbeitsverhinderungen aufgrund einer Krankheit kann dieser Zuschuss ab dem 11. Tag der Entgeltfortzahlung beantragt werden (längstens bis zum 42. Tag). Liegt eine Arbeitsverhinderung aufgrund eines Unfalles vor, kann bereits ab dem 1. Tag der Entgeltfortzahlung ein Zuschuss zum Krankenentgelt beantragt werden (längstens bis zum 42. Tag). Dies gilt nur, wenn die Arbeitsverhinderung ununterbrochen länger als 3 Tage dauert.

Ab 01.07.2018 wird der Zuschuss zum Krankengeld für ArbeitgeberInnen, die nicht mehr als 10 ArbeitnehmerInnen beschäftigen, sogar im Ausmaß von 75% des tatsächlich fortgezahlten Entgeltes gewährt. Dies gilt jedoch nur, wenn eine Arbeitsverhinderung aufgrund von Krankheit oder Unfall erst nach dem 30.06.2018 eingetreten ist.


Unterstützungsleistung für Selbständige

Selbständige, die weniger als 25 DienstnehmerInnen beschäftigen, erhalten seit 01.07.2018 bereits ab dem 4. Tag einer Erkrankung eine Unterstützungsleistung von der SVA. Voraussetzung ist jedoch, dass die Krankheit mindestens 43 Tage andauert. Die Unterstützungsleistung beträgt täglich € 29,93 (Jahreswert 2018).