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Wirtschaftlichkeit neu kalkulieren

Die Regierung kürzt die Förderung für Solarstrom, der Druck auf

die zulässigen Investitionskosten steigt. Was kann man tun?

Bereits im vergangenen Jahr wurde im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt, dass ab 2010 die Einspeisevergütungen für Neuanlagen sinken. Und damit nicht genug: Ab Juli wird die Einspeisevergütung für Anlagen, die an oder auf Gebäuden oder einer Lärmschutzwand angebracht sind, nochmals gesenkt – um insgesamt 16 Prozent (siehe Tabelle). Zwar haben die Länder im Bundesrat das vom Bundestag bereits verabschiedete Gesetz Anfang Juni ausgebremst und an den Vermittlungsausschuss verwiesen, Experten rechnen aber dennoch damit, dass es zu Kürzungen kommen wird – im Zweifelsfall auch rückwirkend. Der Grund für den Abbau der Förderung: Mit dem Verfall der Modulpreise bei gegenwärtig geltenden Vergütungssätzen werden eine Überförderung und so wirtschaftliche Fehlanreize befürchtet. Denn im Jahr 2009, so die Argumentation, seien die Systempreise insgesamt um durchschnittlich rund 30 Prozent gesunken. Nur eine Absenkung der Vergütung könne den Verfall der Marktpreise ausgleichen und eine Überförderung vermeiden.

Wer von der Neuregelung betroffen ist
Privatpersonen und Firmen, die bereits Photovoltaikanlagen betreiben, sind von diesen Änderungen nicht betroffen. Für sie gelten die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgesetzten Vergütungsregeln. Und auch wer seine Anlage noch vor dem Stichtag, zum 1. Juli dieses Jahres, in Betrieb nimmt, ist von den erneuten Senkungen der Einspeisevergütungen nicht betroffen. Wer aber plant, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, sollte die Wirtschaftlichkeit der Anlage erneut überdenken. Der Knackpunkt dabei sind die Modulpreise. „Die Investitionskosten für die Anlagen werden sinken, da sind sich alle Fachleute einig“, sagt Dr. Franz Xaver Gabelsberger, Ecovis-Steuerberater und Wirt­schaftsprüfer. „Die Frage ist: In welchem Maße?“

Bei welchen Investitionskosten eine Anlage wirtschaftlich ist
Wie viel eine Photovoltaikanlage auf dem Dach – schlüsselfertig installiert – bei den Vergütungen nach dem Kabinettsbeschluss kosten darf, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: dem Stromertrag und den eigenen Renditeansprüchen. „Bei einer realistischen Beurteilung des Stromertrags sollten Systemverluste mit eingerechnet werden, die in der Regel bei rund 15 Prozent liegen. Auch müssen bei der Berechnung der zu erwartenden Rendite die durchschnittliche Lebensdauer der Module, Trägerkonstruktion und Wechselrichter sowie Versicherungen und Betriebskosten berücksichtigt werden“, sagt Thomas Franke, Steuerberater bei Ecovis.

Durch Umformung der einfachen Formel zur Berechnung der Gesamtkapitalrendite (Gewinn plus Zinsansatz geteilt durch die halben Anschaffungskosten), lassen sich die genauen Anschaffungskosten einer fertigen Photovoltaikanlage bei einer gewünschten Rendite näherungsweise bestimmen. Das Ergebnis: Die tragbaren Anschaffungskosten einer kleinen Dachanlage liegen an schlechteren Standorten in einer Größenordnung von 2.300 Euro pro Kilowatt-Peak (Euro/kWp). An sehr guten Standorten können bis zu 2.900 Euro/kWp investiert werden. Große Dachanlagen müssen unter sonst gleichen Annahmen um 180 bis 220 Euro/kWp günstiger sein. Um in Zukunft eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich betreiben zu können, müssen die Modulpreise daher um 400 bis 500 Euro pro Kilowatt sinken. „Wir raten deshalb all jenen, die den Kauf einer solchen Anlage planen, die Senkung der Modulpreise abzuwarten“, so Dr. Gabelsberger und ergänzt: „Wer jetzt einen Kaufvertrag zu alten Preisen abschließt kann bei der derzeitigen Überlastung der Installationsbetriebe nicht damit rechnen, die Anlage noch vor dem 1. Juli in Betrieb nehmen zu können. Und wird folglich aufgrund der geänderten Einspeisevergütungen keine gute Rendite damit erzielen können.“

 

Vergütungen für Strom aus Dachanlagen (Stand 6.5.2010)

Bis einschließlich einer

Leistung von

ab

1.1.2010­In Ct/kWh

ab     

1.7.2010­In Ct/kWh

Absenkung

in Prozent

in CT/ kWh

30 kW

39,14

32,88

16

6,26

100 kW

37,23

31,27

16

5,96

1.000 kW

35,32

29,59

16

5,64

 

 




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