Ecovis bei Twitter
Ecovis bei Facebook
SucheSUCHEN

Die neuesten Beiträge:

Aktuelles

Presse > Pressespiegel

LOHNSTEUERprüfung: Ein Feld mit vielen Fettnäpfchen

Sachbezug oder Zuwendung aus besonderem Anlass – bei Arbeitgeberextras schauen die Lohnsteuerprüfer ganz besonders genau hin.

Es sollte eine nette Überraschung sein. Der Chef schickte seiner Mitarbeiterin einen Blumenstrauß ans Krankenbett. Was er nicht wusste: Weil der Strauß 45 Euro gekostet hatte und damit die Aufmerksamkeitsgrenze von 40 Euro überschritten war, handelte es sich nicht um einen steuerfreien Sachbezug, sondern um eine Zuwendung aus persönlichem Anlass. Bei der Lohnsteuerprüfung einen Monat später kam dann die Überraschung für den Chef: Der Blumenstrauß musste als geldwerter Vorteil nachversteuert werden.

„Die Steuergesetze sind voller Fettnäpfchen für Unternehmer, die ihren Mitarbeitern ab und zu etwas mehr geben wollen als den ausgehandelten Bruttolohn“, weiß Stefan Wirth, Steuerberater bei Ecovis. Und das Risiko, dass Ungenauigkeiten festgestellt werden, wächst. Denn angesichts der Krise und der milliardenteuren Konjunktur- und Bankenrettungsprogramme braucht der Fiskus besonders viel Geld. Da zählt praktisch jeder Euro. Auch bei Kleinbeträgen wird ganz genau geprüft. Ein Stolperstein ist schon die Unterscheidung zwischen Wertgutschein und Sachgutschein. So liegt die monatliche Freigrenze für steuer- und sozialversicherungsfreien Sachlohn bei 44 Euro. Ist aber neben der bezeichneten Ware oder Dienstleistung ein Geldbetrag angegeben, findet die Freigrenze von 44 Euro keine Anwendung. Der Wertgutschein ist dann wie Bargeld dem Arbeitslohn anzurechnen. „Nur wenn auf dem Gutschein neben der bezeichneten Ware oder Dienstleistung kein Geldbetrag angegeben ist, bleibt der Bezug des Sachgutscheins steuerfrei“, erläutert Rita Kuhn, Steuerberaterin bei Ecovis.

Sie empfiehlt bei Tankgutscheinen lediglich die Menge, beispielsweise 40 Liter Diesel, anzugeben und bei der Gutscheinausstellung zu prüfen, wie hoch der Spritpreis ist. Denn die Tankfüllung muss unter 44 Euro bleiben. Es ist zudem ratsam, den Mitarbeiter zu bitten, den Gutschein möglichst bald einzulösen, um Benzinpreiserhöhungen zu entgehen. Oder er soll beim Tanken darauf achten, dass der Gesamtpreis an der Zapfsäule unter 44 Euro bleibt.

Der Steuergesetzgeber hat für alle möglichen Sachbezüge Regelungen getroffen, die Spezialwissen erfordern. Vor akribischer Prüfung und anderer Auslegung durch die Prüfer schützt das nicht. Sie nehmen alles unter die Lupe – von Kundenbindungsprogrammen wie Miles & More bis hin zum Belohnungsessen. Der Arbeitgeber muss für diese geldwerten Vorteile Lohnsteuer abführen, ob er will oder nicht. Auch wenn der Arbeitgeber die Pauschal­versteuerung für Incentive-Reisen, VIP-Lounges und Belohnungsessen wählt, hat er schnell Fehler gemacht. Er kann zum Beispiel die Pauschalsteuer nur dann als Betriebsausgabe abziehen, wenn schon die zugrunde liegende Zuwendung als Betriebsausgabe abzugsfähig war. Außerdem gelten für die Pauschalierung Höchstgrenzen: Die Aufwendungen dürfen je Empfänger und Jahr oder für eine einzelne Zuwendung den Betrag von 10.000 Euro nicht übersteigen. „Besondere Aufzeichnungspflichten für pauschal versteuerte Zuwendungen bestehen zwar nicht“, erklärt Ecovis-Experte Wirth. „Es muss sich aber aus der Buchführung oder den Aufzeichnungen ablesen lassen, dass bei Wahl der Pauschalversteuerung alle Zuwendungen erfasst und die Höchstbeträge nicht überschritten wurden.“

Worüber wir reden sollten

  • Wie stelle ich Mitarbeitergutscheine richtig aus?
  • Wann kann ich die vorteilhafte Pauschalversteuerung nutzen?
  • Wie versteuere ich Kundenbindungsprogramme wie Miles & More?
  • Wie vermeide ich Steuernachzahlungen?

Stand: Montag, 28.09.09


Datenschutz | Impressum | Hotline