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Liquidität durch Forderungsverkauf


Factoring wird immer beliebter, doch nicht für jeden eignet sich diese Form der Unternehmensfinanzierung.

Die Unternehmensinsolvenzen sind im vergangenen Jahr endlich wieder zurückgegangen; auch die Zahlungsmoral hat sich in der Wirtschaft wieder etwas verbessert. Der deutschen Factoring-Branche hat das jedoch nicht geschadet. Sie meldet für das vergangene Jahr wieder Rekordergebnisse: 4.713 Factoring-Kunden und 83,50 Milliarden Euro Umsatz. „Factoring ist für viele Unternehmen ein wichtiger Baustein in der Unternehmensfinanzierung, der nicht mehr wegzudenken ist“, sagt Thorsten Walther, Rechtsanwalt bei Ecovis.

Factoring lohnt sich für alle Unternehmen, die Rechnungen an gewerbliche Abnehmer ausstellen: Der Unternehmer verkauft seine Forderung an die Factoring-Gesellschaft. In der Regel erhält er dafür 80 bis 90 Prozent des Betrags sofort und den Rest, wenn der Schuldner gezahlt hat. Dafür ist er auch zugleich die Sorge los, dass er das Geld möglicherweise gar nicht bekommt. „Factoring wirkt wie eine Liquiditätsspritze“, sagt Walther. Der Unternehmer bekommt sofort sein Geld und kann es dafür einsetzen, um bei eigenen Lieferanten bessere Konditionen herauszuhandeln oder Verbindlichkeiten zurückzuführen. Das wiederum verbessert das Bild der Bilanz und sorgt für ein besseres Kreditrating bei der Bank.

Der Service hat seinen Preis: In den Gebühren der Factoring-Gesellschaft schlagen sich der Verwaltungsaufwand und natürlich auch die Risiken des Forderungsausfalls nieder – in der Regel zwischen 0,8 und 2,5 Prozent des Rechnungsbetrags. Je höher das Volumen und je unterschiedlicher die Forderungen sind, desto niedriger fallen die Gebühren aus, weil sich Größenvorteile und Risikoverteilung bemerkbar machen. „Die Forderungspakete werden im Vorfeld ganz genau bewertet“, weiß Prof. Dr. Bernd Romeike. Außerdem muss das Unternehmen die Leistung, für die es seine Forderung erhebt, voll erbracht haben. Deshalb ist Factoring für Branchen, die mit vielen Mängelrügen und Gewährleistungsansprüchen zu kämpfen haben, nicht geeignet. Unternehmen aus der Bauwirtschaft und aus dem Spezialmaschinenbau sind von vornherein ausgeschlossen. „Die Factoring-Gesellschaft will sich mit der Übernahme problematischer Forderungen nicht zugleich langwierige Prozesse einhandeln“, sagt Romeike.

Immer wieder werden auch kritische Unternehmensgrößen angeführt, die beim Factoring eine Rolle spielen. Die Kriterien sind unterschiedlich: Die einen halten den Forderungsverkauf erst ab einer Bilanzsumme von einer Million Euro für wirtschaftlich. Der Deutsche Factoringverband nennt ein Umsatzvolumen von einer Million Euro. In der Praxis verschwimmen die Grenzen schon längst: „Inzwischen gibt es für die verschiedensten Bereiche und Branchen Factoring-Anbieter“, sagt Walther. „Durch die Spezialisierung der Anbieter wird der Verwaltungsaufwand niedriger und damit auch die Gebühren.“ Bestes Beispiel für solche speziellen Dienstleistungen im Bereich Factoring sind die Verrechnungsstellen für Ärzte oder Rechtsanwälte. Wie den Unternehmen geht es auch den Freiberuflern: Sie wollen es sich immer weniger leisten, lange auf ihr Geld zu warten, und wünschen sich ein professionelles Forderungsmanagement in ihrer Praxis.

Was wir Ihnen bieten können
Ecovis berät seine Mandanten bei allen Angelegenheiten zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten und nutzt dabei das Know-how seiner Teams aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten. Gerade für schnell wachsende Unternehmen ist es interessant, sich mit Mezzanine-Kapital, Wagniskapital zu beschäftigen oder Factoring zu Liquiditätszwecken zu nutzen.



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