Wann Dubai & Co. lohnen
Vom Wirtschaftsboom in den Vereinigten Arabischen Emiraten können Mittelständler profitieren – wenn sie Expertenhilfe nutzen.
In den arabischen Golfstaaten wird es Bernd Ludwar immer wieder bewusst: „Mittelständler sind schlagkräftig, wenn sie sich zusammentun“, sagt der Inhaber der Ludwar Elektro- und Anlagenbau GmbH im unterfränkischen Gerolzhofen. Unternehmen haben nach seiner Überzeugung gute Chancen, auf der arabischen Halbinsel lukrative Geschäfte zu machen – aber am besten in einem Netzwerk mit anderen Firmen.
Diesem Zweck dient die Ludwar International Consulting (LIC) – eine Initiative von Mittelständlern für Mittelständler, die es in die Vereinigten Arabischen Emirate zieht. Mit von der Partie sind neben Ludwar Ecovis-Steuerberater Michael Sabisch, der in Dubai ansässige Unternehmensberater Mazdak Rafaty und Karl Drescher, Geschäftsführer der EDV-Firma EPG GmbH in Gerolzhofen. Sie alle haben in der Wüstenregion Erfahrungen gesammelt.
„In den Arabischen Emiraten passiert etwas, was in den nächsten 15 Jahren die Welt bewegen wird“, sagt der gebürtige Iraner Rafaty. In Dubai sei der Kuchen jedoch „bereits weitgehend verteilt“. Interessierte Unternehmen sollten sich deshalb eher an nicht minder expansiven Nachbaremiraten wie Abu Dhabi oder Katar orientieren. Der Bedarf ist in der gesamten Region immens – von chemischen Anlagen, Spezialisten für geologische Untersuchungen, Pipelinebau und Schwerindustrie über den Energiesektor, Transport und Bohrtechnik bis zur Abfallentsorgung mitsamt Reparaturen und Dienstleistungen. Vom riesigen Potenzial profitieren jedoch bisher nur wenige deutsche Unternehmen – und Mittelständler ohnehin nur mäßig. Dabei sieht Rafaty gerade für sie glänzende Möglichkeiten. Die Deutschen genießen in der arabischen Welt hohes Ansehen – ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Manch einer versucht es dennoch zunächst allein, wie etwa die Spezialisten der Wolf-Blechbearbeitung. Der Erfolg blieb aus, bis Ecovis-Experte Sabisch sie mit Rafaty zusammenbrachte. Er stellte innerhalb weniger Wochen eine „Business Week“ mit zahlreichen potenziellen Kunden zusammen. „95 Prozent Trefferquote“, schwärmt der technische Leiter Bernd Wolf. Viele hiesige Unternehmen haben falsche Vorstellungen, warnt Rafaty: „Wer unflexibel ist und denkt, dass das Geld dort auf der Straße liegt, sollte lieber daheim bleiben.“ In den Emiraten müssen beispielsweise alle Unternehmen – von solchen in Freihandelszonen abgesehen – mindestens zu 51 Prozent in einheimischem Eigentum sein. Oft werden die Einheimischen jedoch lediglich als sogenannte Sponsoren aktiv – und die ausländischen Gesellschafter können trotzdem das Sagen haben. Diese zu finden, ist laut Ecovis-Steuerberater Thomas Budzynski für den Aufbau des Geschäfts entscheidend.
FAZIT
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird vieles gebraucht, was deutsche Unternehmen im Angebot haben. Das öffnet die Tore für lukrative Geschäfte. Unternehmerische Aktivitäten in der Wüstenregion sollten aber gut vorbereitet werden.
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